Wirtschaft : Electronic Cash: Handel gegen neue Abrechnungsregeln beim bargeldlosen Zahlen

Der Handel lehnt die neue Entgeltregelung für das bargeldlose Bezahlen per Scheckkarte ab. "Die schlimmen Befürchtungen sind eingetroffen", sagte Stefan Schneider, stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE), am Donnerstag auf Anfrage. Auf den ersten Blick entfällt zwar das bisherige Händlerentgelt, weil die Bank des Händlers an die Bank des Karteninhabers ein bestimmtes Entgelt pro Transaktion entrichten muss. Dafür müssen die Händler mit ihren Banken eigene Verträge vereinbaren. "Der Zahlungsverkehr wird unter dem Strich teurer", vermutet Schneider. Sein Verband befürchte Mehrkosten in dreistelliger Millionenhöhe. Ziel des neuen Verfahrens sei es, die Defizite zu beseitigen. "Die Banken werden die Verluste nicht von einer Tasche in die andere tragen", stellt Schneider klar, sondern ihre Kosten auf die Händler abwälzen. Zudem beinhalte die neue Regelung indirekte Preiserhöhungen. Mussten die Händler bisher mindestens 15 Pfennig je Zahlungsauftrag für Electronic Cash bezahlen, stellen die Banken nach der neuen Regelung mindestens 25 Pfennig in Rechnung.

Noch schlimmer wiege die Änderung beim Lastschriftverfahren, bei dem der Kunde seine Geheimnummer bei der Zahlung nicht eintippen, sondern dafür den Lastschrifteinzug unterschreiben muss. Dies kostete den Händler bisher nur ein mit der Bank ausgehandeltes Überweisungsentgelt. 35 Pfennig setzen die Banken nunmehr als Mindestsumme für jeden Zahlungsabgleich an. Und die, ist sich der stellvertretende HDE-Geschäftsführer sicher, werden sie sich beim Händler wieder holen.

Die Banken müssen die neue Regelung noch beim Bundeskartellamt einreichen. Wenn diese nicht widerspricht, kann das neue Verfahren in Kraft treten. Frühestens zu Beginn des kommenden Jahres sei es soweit, rechnet Schneider. "Wir werden gegen das neue Verfahren alles tun, was wir können", sagte der HDE-Vertreter.

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