Wirtschaft : Elektrisch leihen in Berlin

Carsharing-Anbieter halten sich zurück.

Berlin - Batteriebetriebene Fahrzeuge sind trotz des großen öffentlichen Interesses eine Randerscheinung im Straßenverkehr. Dabei verhalten sich die Verbraucher paradox: In Umfragen bekundet eine Mehrheit Neugier auf die innovativen Fahrzeuge – nur kaufen mag die teuren Mobile kaum jemand. „Bevor Sie ein Elektroauto kaufen, probieren Sie es aus“, empfiehlt deshalb der ökologische Verkehrsclub VCD. Doch so einfach ist das nicht. Selbst in Berlin, der selbsternannten Hauptstadt der Elektromobilität, muss man einige Mühe aufbringen, um zum Beispiel bei Carsharing-Anbietern an ein E-Auto zu kommen.

Die beiden herstellerbasierten Carsharer Drive-Now (BMW) und Car-2-Go (Daimler/Smart) planen Großes für ihre Berliner Flotten. Car-2-Go will im laufenden Jahr 300 Elektro-Smarts in Berlin rollen lassen, 1000 konventionelle Autos werden bereits vermietet. Anderswo war das Unternehmen schneller: Insgesamt rund 600 E-Smarts hat Car-2-Go unter anderem in Ulm, Stuttgart, Amsterdam und San Diego auf der Straße.

Der Wettbewerber Drive-Now ist in Berlin noch zurückhaltender. Laut früheren Angaben will das Gemeinschaftsunternehmen von BMW und Sixt im Lauf des Frühjahrs „zehn bis 15“ Elektromodelle in die Berliner Flotte (500 konventionelle Autos) aufnehmen. Am weitesten bei der Elektrifizierung ihrer Carsharing-Flotte ist die Deutsche Bahn. 50 der 205 Berliner Flinkster-Fahrzeuge sind bereits elektrisch.

Flankiert wird das Bahn-Angebot seit Herbst 2012 vom bislang größten Versuch, in Berlin Elektroautos im Carsharing einzusetzen. Der französische Autohersteller Citroën betreibt Multicity – „das erste rein elektrische Carsharing-Programm in Deutschland“, wie es im Prospekt heißt. Im Frühjahr stockte das Unternehmen die Flotte von 100 auf 350 Citroën C-Zero-Kleinwagen auf. Die Franzosen drehen mächtig auf: 500 Elektroautos sollen es in Zukunft in Berlin werden. mot

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