ELEKTROAUTOS : Deutsche Hersteller fahren hinterher

Heuliez-Mia
Heuliez-MiaFoto: picture-alliance/ dpa

Noch ist ein reiner Elektroantrieb nichts für den durchschnittlichen Autokäufer. Einzig den US-Sportwagen „Tesla Roadster“ kann man hierzulande bisher erwerben. Kosten: sportliche 100 000 Euro.

Das zu ändern, hat sich die gesamte Autobranche vorgenommen – allerdings unterschiedlich schnell. Das Rennen scheinen im Moment die japanischen Hersteller zu machen, zumindest sind sie die ersten, die beim Massengeschäft für Privatkunden ganz ohne herkömmliche Benzinmotor an den Start gehen. Noch in diesem Jahr sollen die ersten reinen Elektroautos, die an normalen Steckdosen aufgeladen werden, auf den deutschen Markt kommen. Das Modell „iMiev“ von Mitsubishi soll in Kooperation mit PSA Peugeot Citroën ab Oktober für etwa 32 000 Euro zum Verkauf stehen, in Japan ist der Wagen bereits erhältlich. Voraussichtlich ab März 2011 kommt dazu der Nissan „Leaf“ auf den hiesigen Markt, für rund 30 000 Euro. Auch Amerikaner und Franzosen drücken aufs Tempo. Die US-Konzerne Ford und

General Motors
(GM) wollen 2011 rein elektrisch angetriebene Autos serienmäßig anbieten. Wahrscheinlich ab 2012 sollen die Wagen auch auf dem deutschen Markt erhältlich sein. Der französische Hersteller Peugeot will bis 2012 vier seiner Modelle als Elektroautos verkaufen. Renault entwickelt mit Nissan bis 2012 eine neue Modellfamilie mit Elektroantrieb. Auch kleinere Anbieter bringen sich bei der neuen Technologie in Stellung. So hat der französische Produzent Heuliez ein Elektrofahrzeug für drei Personen entwickelt. Das Modell mit dem Namen „Mia“ soll schon dieses Jahr in Serie produziert und an Autovermietungen geliefert werden, bevor es 2012 in den Handel kommt. Bereits im Juni dieses Jahres plant die französische

Bolloré
-Gruppe, das Elektroauto „Bluecar“ zu verkaufen. Es soll schon rund 6000 Vorbestellungen geben.

Auf deutsche Elektroautos müssen die Kunden länger warten. „Die deutschen Hersteller sind etwas vorsichtiger“, erklärt Autoexperte Willi Dietz, „sie wollen sich erst richtig sicher sein, die Ansprüche erfüllen zu können.“ Daimler und BMW, die derzeit Elektrovarianten von Smart und Mini als Versuchsfahrzeuge in Berlin testen, kommen frühestens im Jahr 2012 mit Kleinserien auf den Markt. VW sieht 2013 als das „Schlüsseljahr“ für seine elektrische Zukunft, wie Konzernchef Martin Winterkorn versichert. Dann soll das Modell „Up“ in Serie gehen. Bereits 2011 plant Opel, den „Volt“ von GM als „Ampera“ auf den europäischen Markt zu bringen. Das Modell hat zwar auch einen kleinen Verbrennungsmotor, aber nur, um beim Fahren die Batterie aufzuladen.dcl

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