Wirtschaft : Elektrobranche stellt 8000 Leute ein

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Frankfurt am Main/Berlin - In der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie entstehen endlich wieder neue Arbeitsplätze. Nachdem in den vergangenen Jahren mehr als 80 000 Jobs weggefallen sind, wurden allein von Januar bis September dieses Jahres 8000 neue Arbeitsplätze geschaffen. „Diese Entwicklung wird 2007 weitergehen. Wir rechnen dann erneut mit etwa 8000 neuen Mitarbeitern“, sagte Gotthard Graß, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes ZVEI am Montag in Frankfurt. Dank der guten Geschäftslage und der vollen Auftragsbücher könnten Graß zufolge die Firmen noch mehr Personal einstellen. „Aber es fehlt an Fachkräften und an Ingenieuren.“

Graß gibt sich zugleich Mühe, die gute Geschäftslage zu relativieren, auch wenn er für 2007 eine weitere kräftige Umsatzsteigerung von fünf Prozent auf 184 Milliarden Euro voraussagt. Die Firmen könnten zwar bei der Umsatzrendite nach Steuern 2006 eine leichte Verbesserung über die Marke von gut drei Prozent des Vorjahres verbuchen. 2007 werde sie aber wieder schrumpfen. Auch durch die Mehrwertsteuererhöhung erwartet er vor allem im Konsumentengeschäft zumindest in den ersten Monaten 2007 eine Delle.

Mit dem unerwartet guten Geschäftsjahr 2006 ist man beim ZVEI allerdings zufrieden. Die eigentlich erwartete Abschwächung im zweiten Halbjahr sei ausgeblieben, sagt Graß. Der Umsatz kletterte um sechs Prozent auf 175 Milliarden Euro. Und erstmals seit sechs Jahren kommt das Wachstum nicht nur aus dem Export. Der Umsatz im Inland kletterte um vier Prozent auf fast 92 Milliarden Euro. Die anstehende Steuererhöhung habe zu einem zusätzlichen Schub geführt.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht weiterhin von einem positiven konjunkturellen Umfeld für die gesamte Wirtschaft aus. Aus dem schwächeren Wachstum im Schlussquartal sei „keineswegs auf einen Abbruch der laufenden Aufschwungphase zu schließen“, teilte das DIW am Montag mit. ro/ysh

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