Wirtschaft : Elektroindustrie ärgert sichüber geplante EU-Richtlinie

Hausgerätehersteller exportieren kräftig / 2000 Stellen weniger

FRANKFURT (MAIN) (ro). Die deutsche Elektro-Hausgeräte-Industrie wehrt sich mit Nachdruck gegen eine geplante Richtlinie der EU für Verbrauchsgütergarantien.Danach soll der Hersteller belegen, daß das Gerät beim Verkauf in einwandfreiem Zustand war, die Garantie soll auf zwei Jahre festgelegt werden und Geräte sollen in den ersten beiden Jahren nach dem Kauf uneingeschränkt umgetauscht werden können."Diese Regelungen sind kostentreibend und umweltschädlichÒ, sagte Karsten Jaspersen vom Fachausschuß des Branchenverbandes ZVEI am Montag in Frankfurt.Würde die Richtlinie zur Vorschrift, müßten in Europa jedes Jahr zwei Mill.neuwertige Hausgeräte zusätzlich verschrottet werden.Nach Angaben von Jaspersen würde dies die Kosten im Kundendienst um das Dreifache erhöhen und letztlich zu einer Anhebung der Verkaufspreise um etwa vier Prozent führen.Wie problematisch die Regelung ist, versuchte Jaspersen mit Blick auf die USA deutlich zu machen: Bei den dort sehr weitreichenden Umtauschmöglichkeiten würde eine Rückgabe nur in einem Drittel der Fälle mit konkreten Defekten begründet.Wann die geplante EU-Regelung Gesetzeskraft erlangen könnte, ist völlig offen. Die Lage der Branche ist derzeit durchwachsen.Hierzulande stagnierte 1997 das Geschäft bei den verkauften Geräten.Wegen des anhaltenden Preisdrucks ging der Umsatz um drei Prozent auf 13,8 Mrd.DM zurück.Bei Großgeräten wie Herden, Kühlschränken oder Waschmaschinen gab es ein Minus von einem Prozent, bei Kleingeräten sogar von drei Prozent.Erstaunlich rund läuft das Exportgeschäft.Im Ausland findet die Branche immer mehr Kunden.Die Ausfuhren steigen in diesem Jahr um elf Prozent auf 7,7 Mrd.DM.Deshalb erhöhte sich die Produktion in Deutschland 1997 um ein Prozent auf 16,1 Mrd.DM.Die Auslastung der Fabriken liegt bei über 90 Prozent.Trotzdem wurden erneut 3,5 Prozent oder gut 2000 Stellen gestrichen.Derzeit beschäftigt die Branche noch 58 000 Mitarbeiter.

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