Wirtschaft : Elektroindustrie zieht negative Bilanz

BERLIN (jör).Die Bilanz der elektrotechnischen Industrie im Nordosten Deutschlands für 1998 ist weitgehend negativ ausgefallen.Mit einem Umsatzrückgang um sieben Prozent habe insbesondere der Raum Berlin zu der rückläufigen Entwicklung beigetragen, erklärte der Vorsitzende der Landesstelle Berlin des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Jürgen Hahn, am Donnerstag in der Bundeshauptstadt.Auch die Prognosen für 1999 ließen kaum Hoffnung auf eine Wende.

Während 1998 Produktion, Umsatz und die Zahl der Beschäftigten sowohl im gesamten Bundesgebiet als auch im Süden der neuen Bundesländer deutliche Zuwachsraten verzeichneten, reduzierte sich der Branchenumsatz in Nordostdeutschland um 0,5 Prozent.Zugleich ging die Zahl der Arbeitnehmer um 1,8 Prozent zurück, in Berlin sogar um 5,7 Prozent.Einziger Lichtblick ist der Auslandsumsatz: Er wuchs im vergangenen Jahr um 6,2 Prozent.Dies sei ein Zeichen dafür, daß sich die Unternehmen der Region international gut behaupten könnten, sagte Hahn.

Für die Zukunft rechnet der ZVEI Berlin mit einer "leichten Verschlechterung" der Situation.Einer Verbandsumfrage zufolge erwarten mittelfristig nur neun Prozent der Unternehmen eine positive Geschäftsentwicklung.Mehr als ein Viertel der Befragten blickt pessimistisch auf die kommenden Jahre.Die Reichweite der Auftragsbestände verringerte sich auf 4,3 Monate.Mit einem Beschäftigungsabbau in den nächsten sechs Monaten rechnen 57 Prozent der nordostdeutschen ZVEI-Mitglieder.Offenkundig sei zudem ein deutlicher Mangel beim Ingenieur-Nachwuchs, sagte Hahn.

Auch deutschlandweit schwächt sich das Branchenwachstum im Jahr 1999 nach Einschätzung des ZVEI wieder deutlich ab.Nach den Zuwächsen in den Vorjahren sei dies auf getrübte Exportaussichten sowie eine stockende Inlandsnachfrage zurückzuführen.Die neue Steuergesetzgebung dämpfe die Erwartungen zusätzlich.

Hahn warnte indes davor, wegen der negativen regionalen Entwicklung in einen generellen Pessimismus zu verfallen.Wie die wachsenden Auslandsumsätze belegten, sei die deutsche Elektroindustrie hochgradig innovativ und weltweit wettbewerbsfähig.Laut Hahn gewinnen in der Branche zunehmend Dienstleistungen an Gewicht.Diese würden aber bislang in den Statistiken nicht erfaßt.Ein Teil des negativen Ergebnisses könne somit auf einen "statistischen Effekt" zurückgehen.

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