Wirtschaft : Elektromobil um die Welt

Ein dänisches Ehepaar schafft drei Kontinente in zehn Monaten – ohne Sprit

Simon Poelchau
Premiere.
Premiere.

Berlin - In 80 Tagen haben sie es nicht geschafft. Doch das wollten Nina Rasmussen und Hjalte Tin auch gar nicht. „Wir wollten etwas von der Welt sehen“, sagte Rasmussen am Freitag in Berlin mit einem etwas erschöpften Lächeln. In zehn Monaten ist die Dänin zusammen mit ihrem Ehemann in einem Elektroauto um die Welt gefahren – ohne einen Liter Sprit zu verbrauchen.

Kurz vor Ende ihrer Weltreise, die in einer Woche in Kopenhagen endet, machten die beiden Schriftsteller einen Zwischenstop beim Bundesverband E-Mobilität in Berlin Mitte. Dort tankten sie symbolisch den Strom für die letzten Kilometer. Zu einem „lockeren“ Gespräch mit den Weltenbummlern hatte der Verband eingeladen. Gelassen präsentierte sich das Ehepaar dann auch in bunten Trainingsjacken vor dem eigens für den Langzeittest umgebauten Nissan Qashqai Electric, mit dem sie 30 000 Kilometer durch Europa, Asien und Nordeuropa zurückgelegt hatten.

Wenn das Ehepaar am 7. Mai wieder in Dänemark ankommt, wird es von der dänischen Umweltministerin Karen Ellemann empfangen. Sie hatte neben einigen privaten Geldgebern die Weltumrundung gesponsort. Außerdem wollen die beiden Reiseautoren ein Buch über ihre Welttour veröffentlichen.

Den aufregendsten Moment auf ihrer Reise hätten sie nicht in der Wüste Gobi erlebt, berichtete Rasmussen. Dort ging der Generator mehrmals kaputt, den sie mitgenommen hatten, um die Batterie auch ohne Stromquelle aufladen zu können. Nein, der aufregendste Moment sei ein Autorennen in Monte Carlo gewesen. „Denn da sind wir besonders schnell gefahren“, sagte Rasmussen. 130 Stundenkilometer Spitzengeschwindigkeit schaffte das Elektroauto. Meistens war das Ehepaar jedoch mit maximal 80 Stundenkilometern unterwegs – um Strom zu sparen. So schafften sie rund 200 Kilometer, bis die Batterie leer war.

„Strom für das Auto zu bekommen, war eigentlich nie ein Problem“, erzählte Tin. Komplizierter sei es gewesen, den richtigen Stecker zu finden. So mussten die Dänen eine Vielzahl von Adaptern mitnehmen. „Das sind nur die für Europa“, sagte Tin beim Blick in eine große Tasche. Simon Poelchau

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben