Wirtschaft : Elektronikbranche will neue Forschungspolitik

BONN (aho).Die Elektronikindustrie fordert eine Neuordnung der deutschen Forschungspolitik.Wie Wolf-Dieter Haecker vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) am Montag in Bonn sagte, sei es mit zusätzlichem Geld oder "kosmetischen Korrekturen" nicht mehr getan: "Notwendig sind auch strukturelle Veränderungen".So soll der Bund künftig zwei statt vier außeruniversitäre Forschungseinrichtungen unterstützen.Die Institute der Max-Planck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft seien für Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung "völlig ausreichend", sagte Haecker.Die übrigen Institute von der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) und der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibnitz (WGL), - auch "Blaue Liste" genannt - sollten auf diese beiden Sparten verteilt oder eventuell geschlossen werden.Allein die 33 000 Beschäftigten von HGF und WGL erhielten mehr als zwei Drittel der 4,5 Mrd.DM an Bundesmitteln, "ohne daß klar ist, wo ihre Vorteile liegen", sagte Haecker.

Außerdem forderte Haecker, der gleichzeitig die Forschungsabteilung bei Bosch leitet, daß die Forschungseinrichtungen ihre Organisation überarbeiten müßten.Nur so könnten sie sich dem Wettbewerb zwischen Wirtschaft und Wissenschaft stellen.Der Bund sollte das Haushalts- und Personalrecht ändern, damit die Institute mit den Geldern über Jahre planen und hochkarätige Wissenschaftler anwerben könnten.Das Bundesforschungsministerium hält wenig von den Forderungen der Industrie."Eine Umstrukturierung der Forschungslandschaft steht nicht zur Debatte", sagte Sprecherin Sabine Baun dem Tagesspiegel.Auf der "blauen Liste" stünden 82 Einrichtungen, etwa wirtschaftswissenschaftliche Institute, Museen oder Informationsdienste.Sie deckten Aufgaben ab, die sich nicht auf Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung reduzieren ließen.

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