Wirtschaft : Elektroschrott-Richtlinie: Folge: Die Geräte werden bald teurer

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Wegen der von der EU geplanten Rücknahmepflicht für Elektroschrott werden Elektrogeräte in den nächsten Jahren voraussichtlich deutlich teurer. Allein wegen der notwendigen Bildung von Rückstellungen für die Entsorgung der Geräte werde die Industrie die Preise bis spätestens zum Jahr 2003 um etwa fünf Prozent anheben müssen, kündigte der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) am Donnerstag an. Insgesamt werden die Kosten für die Rücknahme von Elektrogeräten in der EU auf etwa acht Milliarden Euro pro Jahr geschätzt, ein Drittel davon entfallen auf Deutschland. ZVEI-Präsident Dietmar Harting kritisierte zugleich, dass der nun von EU-Kommission vorgelegte Richtlinienentwurf eine umfassende Verpflichtung aller Hersteller zur Entsorgung von Alt- und Fremdgeräten vorsieht. Auch die geplante Übergangsfrist von fünf Jahren könne bei einer Lebensdauer der Geräte von zwanzig oder mehr Jahren keine Lösung sein. Die deutschen Hersteller wollen erreichen, dass sie nur Geräte der eigenen Marke zurücknehmen müssen.

Die deutsche Elektroindustrie wird in diesem Jahr stärker zulegen können als erwartet. "Wir werden voraussichtlich ein Umsatzplus von rund zehn Prozent erreichen und erstmals mehr als 300 Milliarden Mark umsetzen", sagte Harting. Noch im März war der Verband von einem Umsatzplus von etwa acht Prozent ausgegangen. Aufgrund des starken Wachstums will die Branche auch rund 25 000 neue Arbeitsplätze schaffen. Am Jahresende könnten dann rund 880 000 Mitarbeiter in der deutschen Elektro- und Elektronikindustrie beschäftigt sein. Als Bremse wirke lediglich der Mangel an qualifizierten Fachkräften.

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