Wirtschaft : Elektroverband: Starkes Wachstum in diesem Jahr erwartet

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"Der Schwung des Vorjahres trägt. Wir können von einem weiteren guten Jahr ausgehen", sagte ZVEI-Präsident Dietmar Harting am Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz des Branchenverbandes der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. ZVEI erwartet in diesem Jahr ein Umsatzwachstum von sechs bis sieben Prozent auf 340 Milliarden Mark. Rund 17 000 zusätzliche Mitarbeiter wollen die Firmen einstellen.

Der Interessenvertretung der Elektroindustrie registrierte für das erste Quartal ein stattliches Auftragsplus von gut elf Prozent. Harting wies allerdings darauf hin, dass der Orderfluss aus dem In- und Ausland, obschon "sehr positiv", nicht mehr ganz so stark sei wie im Vorjahr. Er hält es deshalb für völlig unangebracht, dass IG-Metall-Chef Zwickel für 2002 wieder Spielraum für Lohnerhöhungen von zehn Prozent sieht. Die Erträge der Firmen seien schon jetzt unter Druck, weil die Lager voll seien.

Die Elektroindustrie verbuchte im vergangenen Jahr das stärkste Wachstum seit 30 Jahren. Die Produktion legte um 14 Prozent, der Umsatz um 16 Prozent auf 318 Milliarden Mark zu. Zum Jahresende waren die Fabriken zu 87 Prozent ausgelastet. Die Umsatzrendite erhöhte sich im Durchschnitt von 2,5 auf rund drei Prozent. Getragen wurde die hervorragende Entwicklung vom Export, der um 27 Prozent zulegte. Auch im Inland gab es ein zweistelliges Plus.

All dies schlug sich auch in der Zahl der Beschäftigten nieder. Ende des Jahres zählte die deutsche Elektro- und Elektrotechnik-Industrie rund 883 000 Mitarbeiter. Damit haben die Firmen im vergangenen Jahr rund 28 000 neue Arbeitsplätze geschaffen. "In keiner Industriebranche entstehen derzeit so viele neue Arbeitsplätze" , betont Harting. Dabei fehlten den Firmen bis 2005 jedes Jahr 12 000 bis 13 000 Ingenieure und Informatiker. Der ZVEI-Präsident plädiert deshalb für die Ausweitung der Green-Card-Initiative über den Software- und Computer-Bereich hinaus und für eine Zuwanderungsregelung. Zudem fordert Harting eine flexiblere Gestaltung der Lebensarbeitszeit.

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