Wirtschaft : Elf Jahre Haft für ehemaligen Heros-Chef Karl-Heinz Weis veruntreute 12,9 Millionen Euro

Hildesheim - Der frühere Chef des einst größten deutschen Geldtransportunternehmens Heros ist zu elf Jahren Haft verurteilt worden, weil er Firmengeld in die eigene Tasche gewirtschaftet hat. Das Landgericht Hildesheim sprach den 60- jährigen Karl-Heinz Weis der Untreue und der persönlichen Bereicherung schuldig. Er kann nicht mit einer vorzeitigen Entlassung aus dem Gefängnis rechnen. „Machen die Täter unzureichende Angaben über den Verbleib der Beute, kommt eine Reststrafaussetzung zur Bewährung nicht in Betracht“, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Henze am Freitag.

   In die Strafe einbezogen wurde seine erste Verurteilung wegen Bankrotts zu zehn Jahren. Den mitangeklagten Bereichsleiter verurteilten die Richter zu fünf Jahren Haft. Die beiden Männer hatten nach Überzeugung der Strafkammer rund 12,9 Millionen Euro veruntreut und große Teile davon in die eigene Tasche gesteckt. In dem Prozess hatten sich der Ex-Chef und sein 50 Jahre alter Mitarbeiter gegenseitig beschuldigt.

   Weis war bereits im Mai 2007 wegen Untreue, Bankrotts und Insolvenzverschleppung verurteilt worden. Ihm und drei weiteren Führungskräften wurde ein Schaden von 240 Millionen Euro angelastet. Sie hatten bei dem maroden Unternehmen ein Schneeballsystem aufgebaut, welches schließlich zum Zusammenbruch der Firma führte. Der Skandal war Anfang 2006 aufgedeckt worden.

   Das Gericht blieb mit seinem Urteil für Weis unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die sich für eine Gesamtstrafe von zwölfeinhalb Jahren ausgesprochen hatte. Die Verteidigung hatte für die Einstellung des Verfahrens plädiert. Sie will Revision beantragen. Das kündigten auch die Staatsanwaltschaft und der Verteidiger des mitangeklagten Bereichsleiters an. Laut Gericht ist Weis eine Mitschuld an fünf der vorgeworfenen 38 Fälle von Untreue nachzuweisen, seinem Kollegen eine Schuld in allen Fällen. dpa

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