Wirtschaft : Elf Oil überschreitet die Gewinnschwelle

Erstmals schwarze Zahlen nach Übernahme der ostdeutschen Minol-Tankstellen BERLIN (dw).Die Elf Oil Deutschland GmbH schreibt früher als erwartet schwarze Zahlen.Nach der kostenträchtigen Übernahme der ostdeutschen Minol-Tankstellen im Jahre 1993 gelang es 1997 erstmals, mit 53,6 Mill.DM einen operativen Gewinn auszuweisen, sagte Elf Oil-Deutschland-Chef André Tricoire am Dienstag in Berlin.Noch im Jahr zuvor hatte das Minus 13,2 Mill.DM betragen.Nun will Elf das Tankstellennetz mit zur Zeit 632 Stationen bundesweit ausbauen und modernisieren.Bis zur Jahresmitte will der ostdeutsche Marktführer auch die Umbenennung der 390 ostdeutschen Minol-Tankstellen in Elf-Tankstellen abschließen.Insgesamt soll es gelingen, das operative Ergebnis in diesem Jahr auf rund 60 Mill.DM zu steigern.Die Prognose seien jedoch wegen der Volatilität des Dollarkurses mit Unsicherheiten behaftet.Ohnedies würden Anlaufverluste der Mitteldeutschen Erdöl-Raffinerie GmbH (Leuna) in Höhe von 50 bis 100 Mill.DM in diesem Jahr dafür sorgen, daß der französische Mutterkonzern Elf Aquitaine erneut rote Zahlen im Deutschland-Geschäft schreibt.Etwa im Jahre 2000 soll die Raffinierie ebenfalls eine "vernünftige Rendite" beisteuern, sagte Tricoire.Der Umsatz mit den verschiedenen Mineralöl-Produkten in Deutschland, darunter vor allem auch Heizöl, stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 12 Prozent von 2,7 Mrd.DM auf rund 3 Mrd.DM.Die Investitionen im vergangenen Jahr lagen bei rund 194 Mill.DM, sollen aber in diesem Jahr nur noch rund 140 Mill.DM ausmachen.Die Zahl der Mitarbeiter (ohne Tankstellen-Pächter und -Personal) stieg von 869 auf 920.Ein Schwergewicht will Elf nun auf den Ausbau des Shop-Geschäftes in den Tankstellen legen.Mit dem neuen Slogan "Technologie mit Esprit" soll auf die französische Kultur des Unternehmens hingewiesen werden.In den Stationen sollen vermehrt Frisch-Produkte angeboten werden.Die Dachleisten der neuen Elf-Tankstellen sollen künftig nicht mehr mit der Aufforderung "Selbst tanken" beschriftet sein, sondern mit "Bonjour".Wichtigstes Thema für die Elf Oil im vergangenen Jahr sei die Inbetriebnahme der Raffinerie in Leuna gewesen, erklärte Tricoire.Mit Blick auf den von der EU-Kommission erhobenen Vorwurf der Beihilfe-Manipulation betonte er, daß es keine Überschreitung der Baukosten in Höhe von 4,8 Mrd.DM gegeben habe.Man habe den Termin der Inbetriebnahme genau eingehalten und rund 2550 Arbeitsplätze in Leuna gesichert.Auch die Bedingung, das Minol-Tankstellennetz für rund 1,2 Mrd.DM zu sanieren, habe man erfüllt.Die Raffinerie sei für Elf Oil von herausragender Bedeutung: Mit ihr sei Elf zum viertgrößten Raffinieur in Europa geworden.Vorteil des Standortes Leuna sei, daß er inmitten des größten Absatzgebietes in den neuen Bundesländern liege und zahlreiche Elf Tankstellen in unmittelbarer Umgebung habe.Während die Kapitalrendite der Raffinerie bislang auf dem relativ niedrigen Branchenniveau von fünf bis sechs Prozent gelegen habe, plane Elf Aquitaine, in absehbarer Zeit eine Rendite des eingesetzten Kapitals von zehn Prozent zu erzielen.

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