• EM.TV-Buchhalter bringt Haffa-Brüder in Bedrängnis Ex-Leiter des Rechnungswesens warnte früh vor Bilanzfehlern

Wirtschaft : EM.TV-Buchhalter bringt Haffa-Brüder in Bedrängnis Ex-Leiter des Rechnungswesens warnte früh vor Bilanzfehlern

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München (cbu/HB). Der ehemalige Chef Buchhalter der Medienfirma EM.TV hat am Montag vor Gericht die Angeklagten Thomas und Florian Haffa in Bedrängnis gebracht. Albert Hohn, bis 2001 Leiter des Rechnungswesens, sagte als Zeuge, er habe schon frühzeitig auf mögliche Bilanzierungsfehler hingewiesen. Dies habe sowohl die Bilanzierung der Beteiligung an der Formel1 als auch den Ausweis der Jim Henson Company im Rechnungswesen von EM.TV betroffen.

Staatsanwalt Peter Noll wirft Thomas und Florian Haffa vor, falsche Halbjahreszahlen präsentiert zu haben, um den EM.TV-Kurs nach oben zu treiben. Hohn erklärte, eine Konsolidierung der Formel1 sei nicht zum 1. Januar 2000 möglich gewesen, da die Beteiligung erst zum 12. Mai 2000 erworben worden sei. Das habe er dem damaligen Controlling-Vorstand Ulrich Göbel gesagt: „Ich habe gesagt, dass dies falsch ist. Er hat das genauso gesehen wie ich." Göbel habe das Problem mit den Haffas erörtern wollen. Er ist einer der wichtigen Zeugen der Anklage und soll kommende Woche gehört werden.

Rechtsanwalt Sven Thomas, Verteidiger von Florian Haffa, betonte, es sei im strittigen Zeitraum Sommer 2000 nie zu einer Konsolidierung von Formel1, Jim Henson und der Beteiligung an der Tele München gekommen. In einer Adhoc-Meldung vom 24. August 2000 seien EM.TV und die drei Beteiligungen getrennt ausgewiesen. Die Zahlen seien zusammengezählt worden, aber das sei nur eine „additive Darstellung“. Staatsanwalt Noll kritisiert, dass damit aber „Äpfel, Birnen und Pflaumen“ verglichen wurden.

Auch zur umstrittenen Bilanzierung von Jim Henson äußerte sich Hohn. Florian Haffa hatte auf Grund von Produktionslisten der Tochterfirma die Umsätze nach oben korrigiert. Dies sei telefonisch im Rechnungswesen veranlasst worden. „Das kann man nicht machen", hat Hohn nach eigener Aussage damals zu seinen Mitarbeitern gesagt. Er habe die Haffas aber nicht selbstständig gewarnt.

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