Wirtschaft : EM.TV: Die Filmrechtefirma steht vor einer Neuausrichtung

hps/sie

Der Versuch, die angeschlagene Filmrechtefirma EM.TV auf das Kerngeschäft gesund zu schrumpfen, kommt ins Stocken. Der offenbar sehr verlustreiche Verkauf der Jim-Henson-Gruppe in den USA gestaltet sich kompliziert und wird noch Monate dauern. EM.TV-Vorstandsvorsitzender und Großaktionär Thomas Haffa sagte dem Handelsblatt: "Ich bin davon überzeugt, dass der Verkauf der Jim-Henson-Gruppe bis zumJahresende abgewickelt wird." Entscheidend sei der Preis. Angesichts der hohen Verluste und des niedrigen Aktienkurses steht der ehemalige Star des Neuen Marktes unter großem Druck. Neben dem Preis seien auch die künftigen Synergien zwischen Investor und EM.TV wichtig, fügte Haffa hinzu.

Dass Haffa mit der Neuausrichtung nicht richtig vorankommt, dafür sorgt auch der Münchner Filmrechtehändler Herbert Kloiber. Haffa, der einst 45 Prozent an Kloibers verschachtelter Tele-München-Gruppe (TMG) erworben hat, muss diesen Anteil aus kartellrechtlichen Gründen verkaufen. Bereits bei der Ankündigung des Einstiegs der Kirch-Gruppe im Dezember vergangenen Jahres war klar, dass für den TMG-Anteil von Haffa ein Interessent gefunden werden muss, mit dem Kloiber einverstanden sein muss. Haffa sagte, er sei jetzt mit drei Interessenten im Gespräch.

In den USA bemühen sich derzeit mehrere große Unternehmen um den Erwerb der Jim Henson Group. "Es gibt großes Interesse an der Jim Henson-Gruppe. Interessenten kommen aus den USA, Australien, Europa und China", sagte Haffa. Die Suche nach Investoren erfolge ich enger Absprache mit Jim-Henson-Chef Charles Rivkin. Für Haffa kommen drei Optionen in Frage: Neben dem Management-Buy-Out und einem Verkauf möglicherweise auch ein Teilverkauf. Derzeit sei vieles möglich, sagte der Chef des auf 120 Mitarbeiter geschrumpften Medienunternehmens vieldeutig.

"Die Muppets kommen zurück nach Amerika", schrieb die "Los Angeles Times" unlängst zur Ankündigung von EM.TV, das erst vor einem Jahr für 680 Millionen Dollar erstandene Henson-Imperium eventuell wieder verkaufen zu wollen. Die Entscheidung fällt aber nicht in Los Angeles, sondern in München-Unterföhring. Großaktionär und Vorstandschef Haffa und sein Vize Rainer Hüther haben in enger Absprache mit der Kirch-Gruppe das letzte Wort.

Für Miss Piggy und Kermit sucht die New Yorker Investmentbank Allen & Co. im Auftrag Haffas einen Käufer. Für Henson will EM.TV angeblich nur zwischen 200 und 250 Millionen Dollar kassieren, heißt es in US-Investorenkreisen. Bei diesem "Sonderangebot" wird auch das Henson-Management selbst - Brian Henson und Vorstandschef Rivkin - neugierig. "Natürlich können wir uns vorstellen, die Firma in einem Management-Buyout zurückzukaufen."

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