Wirtschaft : EM-TV lässt die Puppen tanzen - Münchner Firma kauft Henson Company für 1,3 Milliarden Mark

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Die weltberühmten Puppen der "Muppets-Show" und der "Sesamstraße" der Jim Henderson Company aus Los Angeles gehen für rund 1,3 Milliaden Mark an den Münchner Medienkonzern EM-TV Merchandising AG. Als wichtigsten Schritt in der Geschichte seines Unternehmens bezeichnete EM-TV-Chef Thomas Haffa den Kauf der Jim Henson Company aus Los Angeles. "Damit sind wir ein Global Player in der Medienbranche", sagte Haffa. Finanziert werde der Kauf über eine schon ausgegebene Wandelanleihe und eine Kapitalerhöhung.

Um das 1958 in Los Angeles gegründete US-Unternehmen hatte sich auch der Disney-Konzern bemüht. Die Nachkommen des 1990 verstorbenen Firmengründers Jim Henson haben aber an EM-TV verkauft, weil beide Familienunternehmen seien, die "perfekt zueinander passen", sagte Henson-Chef Brian Henson. Die eigenen Stärken lägen in der Filmproduktion und in den USA, die von EM-TV in der Vermarktung und in Europa. "Zusammen sind wir unschlagbar", sagte Henson.

Der strategische Schritt in den weltgrößten Unterhaltungsmarkt USA werde die im Neuen Markt dominierende EM-TV in eine neue Dimension bringen, unterstrich Haffa, dessen Familie die Mehrheit des Börsenlieblings hält. Die Haffas würden auch nach der fünfprozentigen Beteiligung der Hensons an EM-TV per Kapitalerhöhung noch 50 Prozent der Aktien besitzen. Das bei der Muppet-Firma schlummernde Potenzial sei gewaltig.

Die Henson Company bringt nicht nur 450 hochwertige Programmstunden in Form von Muppet-Kinofilmen oder der Sesamstraße ein, sondern auch ein renommiertes Trickfilmstudio, Beteiligungen an TV-Kabelkanälen in den USA und Asien sowie Video- und Internet-Aktivitäten. 1999 haben die Macher von Kermit, Krümelmonster & Co. damit 267 Millionen Mark umgesetzt und vor Zinsen, Steuern und Abschreibung 93 Millionen Mark Gewinn erzielt. 2001 sind gut 410 Millionen Mark Erlös angepeilt. Das derzeitige Henson-Management bleibt auch nach der Übernahme an Bord. Operativ sollen beide Konzerne binnen drei bis fünf Monaten verschmolzen werden.

Zusammen mit der dieses Jahr vor 500 bis 600 Millionen Mark Umsatz stehenden EM.TV ergebe sich enormes Wachstumspotenzial, sagte Haffa. Die "US-Kreativschmiede" sei eines der letzten noch nicht börsennotierten Medienunternehmen und beinhalte ein kaum bewertbares Vermögen. Der Kaufpreis sei deshalb auch nicht zu hoch, sagte EM-TV-Finanzchef Florian Haffa.

Mit dem Markteintritt in den USA über den Zukauf der Henson Company ist der Wachstumsdrang der erst vor zehn Jahren gegründeten EM-TV nicht beendet, machte ihr Chef klar. "Wir sind mit offenen Augen unterwegs," sagte Thomas Haffa. Zu Spekulationen, die Bayern wollten auch in die Formel 1 einsteigen und stünden deshalb mit Bernie Ecclestone in Verhandlungen, wollte er sich nicht äußern. Überlegungen gebe es für eine künftige Bündelung aller EM-TV-Produktionsstudios, um sie einmal an die US-Börse Nasdaq zu bringen.

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