Wirtschaft : EM.TV: Staatsanwalt ermittelt

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Die Staatsanwaltschaft München hat ein Ermittlungsverfahren gegen EM.TV eingeleitet. Der leitende Oberstaatsanwalt in München, Manfred Wick, sagte dem Handelsblatt, seine Behörde ermittle gegen Vorstandschef Thomas Haffa und weitere Verantwortliche. Sie prüfe den Verdacht, dass diese die Lage des Unternehmens falsch dargestellt hätten. Vermutet werde eine Verletzung des Paragrafen 400 des Aktiengesetzes. Das Gesetz sieht dafür eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor.

Wick sagte, es seien bis jetzt sieben Anzeigen im Fall EM.TV eingegangen. Unter anderem hat nach eigenen Angaben die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) Strafanzeige erstattet. Ein EM.TV-Sprecher sagte, das Unternehmen habe der Staatsanwaltschaft eine Zusammenarbeit bei den Ermittlungen angeboten.

Der Hintergrund der Anzeigen: Vor zwei Wochen hat EM.TV eine drastische Gewinnwarnung veröffentlicht. Das Unternehmen korrigierte darin die Prognose für den Ertrag um mehr als 500 Millionen Mark auf nur noch 50 Millionen Mark nach unten. Der Aktienkurs des Unternehmens brach daraufhin ein. Nur wenige Wochen zuvor hatte der damalige EM.TV-Finanzvorstand Florian Haffa beteuert, es gebe keinen Anlass, die Prognosen zu ändern.

Die Staatsanwaltschaft will bei ihren Ermittlungen mit dem Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) kooperieren. Das BAWe analysiert derzeit den EM.TV-Kursverlauf vor der Ankündigung des Einstiegs der Kirch-Gruppe. Eine Entscheidung für eine tiefere Analyse sei noch nicht gefallen, sagte eine BAWe-Sprecherin. Dementiert wurden gestern Meldungen, der Einstieg Kirchs bei EM.TV sei in Gefahr.

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