Wirtschaft : EM.TV verkauft die Formel-1-Anteile

Einigung mit Banken

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München (nad). Das Medienunternehmen EM.TV hat im Streit mit den Banken um seinen Formel1-Anteil aufgegeben. Die 16,7-prozentige Beteiligung an der Formel-1-Zwischenholding Speed Investments werde für 8,5 Millionen Euro an eine Tochter der Bayerischen Landesbank (BLB) verkauft, teilte EM.TV am Dienstag in München mit. Die BLB fungiert als Treuhänderin für die übrigen Formel-1-Banken J.P. Morgan und Lehman Brothers, die der Vereinbarung – ebenso wie die Europäische Kartellbehörde und Speed Investments – noch zustimmen müssen. Die drei Kirch-Gläubigerbanken hielten dann 75 Prozent an der Formel-1-Holding SLEC.

EM.TV muss den Buchwert der Speed-Anteile in Höhe von 204 Millionen Euro nun abschreiben. Um diesen Betrag wird sich das Eigenkapital von zuletzt 485,3 Millionen Euro reduzieren. EM.TV könne dies bilanziell verkraften, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. „Die Liquiditätssituation verschlechtert sich eindeutig“, sagte dagegen DZ-Bank-Analyst Harald Heider dem Tagesspiegel. Allerdings erhält EM.TV unter Umständen mehr als die vereinbarten 8,5 Millionen Euro, nämlich wenn die Banken beim Weiterverkauf weitaus mehr erlösen, als zur Kredittilgung nötig wäre.

Mit Hilfe eines Kredits über 1,7 Milliarden Euro von BLB, J.P. Morgan und Lehman Brothers hatte die Kirch-Gruppe 2001 die Mehrheit an der EM.TV-Tochter Speed und damit die Mehrheit der Formel-1-Rechte übernommen. Nach Kirchs Insolvenz beanspruchten die Banken diesen Anteil als Pfand. EM.TV bestritt jedoch das Pfandrecht und erwirkte vor Gericht eine einstweilige Verfügung. Nach der Einigung können die Banken nun frei über den Formel-1-Anteil verfügen. „Wir wollen diese Beteiligung in absehbarer Zeit verwerten“, sagte BLB-Sprecher Peter Kulmburg. Denkbar sind Branchenkreisen zufolge ein Börsengang der Formel 1 und ein Verkauf des Banken-Pakets an die Autokonzerne oder an den Gründer der Rennserie, Bernie Ecclestone, der ein Viertel der SLEC-Anteile hält.

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