Wirtschaft : EM.TV verspricht Gewinn

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München Die EM.TV AG versucht, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. EM.TV-Chef Werner Klatten verspricht den Aktionären, das „ganze Augenmerk nun auf die Erhöhung der Profitabilität“ zu richten. Außerdem soll das Münchener Medienunternehmen nach der schmerzhaften Sanierung im nächsten Jahr wieder „intern und extern“ wachsen. Die Börse betrachtet den gefallenen Star des Neuen Marktes nach wie vor skeptisch. Trotz ordentlicher Quartalszahlen sank der Kurs am Montag um gut zwei Prozent auf 2,62 Euro.

Dabei hat Klatten durchaus Erfolge aufzuweisen. EM.TV erwirtschaftete im dritten Quartal immerhin einen kleinen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 500000 Euro. Der Umsatz lag bei 45 Millionen Euro. In den vergangenen Jahren waren Quartal für Quartal riesige Verluste angefallen. Im Frühjahr hatte Konzernchef Klatten die Firma deshalb komplett umgebaut, um das Überleben zu sichern. Sonst hätte die Pleite gedroht. Seither halten die ehemaligen Besitzer der EM.TV-Anleihe die Mehrheit. Ihnen gehört jetzt auch der Anteil an der Tele-München-Gruppe, der vergangenes Jahr noch in den Zahlen von EM.TV enthalten war. Deshalb lassen sich die Quartalsergebnisse nicht mit denen von 2003 vergleichen.

Zu den Details des für nächstes Jahr geplanten Wachstums wollte sich ein EM.TV-Sprecher nicht äußern. Das Unternehmen steht auf zwei Beinen: Den Handel mit Kinderfilmrechten und dem Sportbereich. Analysten gehen davon aus, dass EM.TV im Filmgeschäft Kooperationen anstrebt, wie sie bereits mit dem Konkurrenten RTV bestehen, oder dass die Firma neue Rechte einkauft.

Im Sport will die Firma seit längerem den Anteil von Karstadt-Quelle am Deutschen Sportfernsehen (DSF) übernehmen. Der angeschlagene Warenhauskonzern und EM.TV sind je mit rund 40 Prozent an dem Sender beteiligt. Mit dem DSF und dem TV-Dienstleister Plazamedia erwirtschaftete EM.TV zuletzt 86 Prozent des Umsatzes. jojo (HB)

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