Wirtschaft : EM.TV wagt wieder eine Prognose

Sanierung weitgehend beendet

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München (nad). Um seine Geldprobleme zu lösen, will das angeschlagene Münchener Medienunternehmen EM.TV noch in diesem Jahr eine Wandelanleihe umfinanzieren, die 2005 fällig wird. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der einstige Star am Neuen Markt mit einem nur stagnierenden Konzernumsatz von etwa 250 Millionen Euro und erneut mit einem deutlichen Konzernfehlbetrag. Zuvor hatte es das Unternehmen monatelang abgelehnt, sich überhaupt zur weiteren Geschäftsentwicklung zu äußern. Im Vorjahr hatte der Verlust von EM.TV bei 310 Millionen Euro gelegen.

EM.TVChef Werner Klatten wies bei der Hauptversammlung am Mittwoch in München darauf hin, dass das S-Dax-Unternehmen seine Restrukturierung „in weiten Teilen beendet und die Basis für eine operative Neuausrichtung geschaffen“ habe. Dazu gehörten der Verkauf des Formel-1-Anteils und des „Muppet-Show“-Produzenten Jim Henson. Letzterem stimmten die auf der Hauptversammlung vertretenen Aktionäre fast einstimmig zu.

Als die verbleibenden beiden großen Restrukturierungsvorhaben nannte Klatten den geplanten Erwerb der restlichen 50 Prozent an dem Joint-Venture Junior-TV und die Rückzahlung der Wandelanleihe. Der Rückzahlungsbetrag beläuft sich Klatten zufolge auf 469 Millionen Euro. „Man braucht kein Bilanzexperte zu sein, um zu erkennen, dass die Rückzahlung aus heutiger Sicht nicht gesichert ist“, gab er zu. Klatten zufolge führt EM.TV derzeit Gespräche mit den wesentlichen Gläubigern und prüft rechtliche Möglichkeiten für die Restrukturierung. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Die Aktionäre kritisierten die „katastrophalen Zahlen“ und den zähen Fortgang des Sanierungsprozesses. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz sagte, EM.TV sei akut in seiner Existenz bedroht, wenn das Problem der Wandelanleihe nicht bald gelöst werde. „Der Abgrund ist leider sehr nah“, sagte sie.

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