Das Elektroauto und die Kunden : Mehr reden, weniger zahlen

19.12.2012 10:57 UhrVon

Was ist zu tun, damit die Elektromobilität in Deutschland endlich in Gang kommt? Warum üben sich die Kunden bisher in Zurückhaltung? Dieser Frage sind Forscher der Hochschule Aalen nachgegangen. Die Antworten sind ein Appell an Politik und Wirtschaft, aber vor allem an die Autoindustrie.

Eine bessere Kommunikation könnte der Schlüssel für eine bessere Akzeptanz der Elektromobilität werden.Bild vergrößern
Eine bessere Kommunikation könnte der Schlüssel für eine bessere Akzeptanz der Elektromobilität werden. - Foto: dpa

Das Elektroauto steht derzeit noch mit platten Reifen in der Garage, was die Zulassungen laut Kraftfahrtbundesamt angeht. Ganze 2387 rein elektrisch betriebene Modelle wurden bis Ende Oktober in diesem Jahr in Deutschland angemeldet. Selbst wenn die 18 129 Hybrid-Fahrzeuge eingerechnet werden ist das angesichts von mehr als 2,6 Millionen Neuzulassungen ein verschwindend geringer Anteil. Im Gesamtjahr wird es zwar gegenüber 2011, wo zusammen knapp 15 000 elektrifizierte Fahrzeuge zugelassen wurden, einen deutlichen Anstieg geben. Aber wie auf diese Art das Ziel der Nationalen Plattform Elektromobilität und der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektroautos auf der Straße zu haben, erreicht werden soll, ist weiterhin unklar. Bleibt der große Schub in den kommenden Jahren aus, dann ist diese Zahl selbst mit der Einrechnung der Hybridfahrzeuge utopisch.
Woran liegt die Kaufzurückhaltung der Deutschen? Ist es die Technik? Sind es die Kosten? Dieser Frage ist ein Forschungsprojekt der Hochschule Aalen nachgegangen. Auf der Basis von Fragebögen wurde versucht zu ergründen, warum die Kunden nach wie vor lieber konventionell angetriebene Fahrzeuge kaufen. Mehr als 1500 repräsentativ ausgewählte Bürger haben sich im Rahmen der Studie „Future Mobility“ zu den eigenen Gewohnheiten und den Erwartungen an die Elektromobilität geäußert.

Gesucht wurde dabei vor allem eine Antwort auf die Frage, mit welchen Mitteln die Kundschaft doch noch für das Elektroauto begeistert werden könnten. Der Projektinitiator, Dr. Karlheinz Bozem, sieht vor allem die Autobranche in der Pflicht: „Die Autoindustrie muss alltagstaugliche Elektrofahrzeuge für die breite Nutzung anbieten.“ Für den Wissenschaftler ist das einer der Schlüssel für eine künftige Marktdurchdringung des Elektroautos.

Interessanterweise sieht Bozem aber auch ein Kommunikationsdefizit in Sachen Elektromobilität. Angesichts der medialen Präsenz des Themas in den letzten Jahren ist das eher erstaunlich. Bozem erklärt: „Es verhält sich ähnlich bei den Erdgas-Autos. Von der Industrie und den Versorgern wurde zu wenig informiert.“ Nach der Euphorie der Anfangsphase sei nun vor allem über die Probleme viel in der Presse zu lesen. Das verunsichere die Kunden. Daher müsse auch der Elektroantrieb, ebenso wie das Erdgasauto, bisher ein Nischendasein fristen.

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