Elektroautos und das Batterieproblem : Warten bis 2030

02.11.2012 14:55 Uhr

Nach dem Hype kommt oft die Ernüchterung. So ergeht es gerade dem Thema Elektromobilität. Doch die Fakten hindern die E-Autos derzeit noch am Durchstarten. Die Batterien sind und bleiben das Kernproblem. Laut Fraunhofer-Institut wird sich das erst in ferner Zukunft wirklich ändern.

Die Batterie als Spaßbremse: Obwohl intensiv geforscht wird ist der Durchbruch nicht in Sicht. Aktuell liegt die maximale Reichweite für E-Autos bei rund 160 Kilometern. (Bild: Die Batterie eines Hybrid-Fahrzeugs von Porsche)Bild vergrößern
Die Batterie als Spaßbremse: Obwohl intensiv geforscht wird ist der Durchbruch nicht in Sicht. Aktuell liegt die maximale Reichweite für E-Autos bei rund 160 Kilometern. (Bild: Die... - Foto: dpa

Neue Batterietechnik für Elektroautos wird frühestens um das Jahr 2030 deutlich höhere Reichweiten ermöglichen als bisher. Diese Einschätzung hat das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) abgegeben.

"Dann dürften neuartige Batteriesysteme auf dem Markt angekommen sein, die eine Verdopplung oder Verdreifachung der Reichweite aktueller Elektroautos möglich machen", sagt Axel Thielmann, stellvertretender Leiter des Competence Centers Neue Technologien am ISI. E-Autos schaffen heute pro Akkuladung etwa 80 bis 150 Kilometer. Vielen Autofahrern ist das zu wenig.

Kaufbereitschaft wäre da
Eine im März veröffentlichte GfK-Umfrage hatte zum Beispiel ergeben, dass mittlerweile zwar jeder vierte Deutsche mit dem Kauf eines Elektroautos liebäugelt. Für die meisten kommt demnach die Anschaffung aber längst noch nicht infrage, weil Reichweite und Höchstgeschwindigkeit ihren Ansprüchen nicht gerecht werden. Rund 60 Prozent der potenziellen E-Autokäufer wünschten sich eine Reichweite von mehr als 400 Kilometern pro Batterieladung.
An solche Distanzen ist auch mit verbesserten Lithium-Ionen-Akkus nicht zu denken, die schon bald verfügbar sein dürften. "Mit diesen Hochvoltbatterien der sogenannten dritten Generation ist bis 2020 eine Steigerung der aktuellen Reichweite um gegebenenfalls 10 bis 20 Prozent vorstellbar", erklärt Thielmann. Hoffnungsträger für Forschung und Industrie seien Stromspeicher der vierten Generation - etwa mit Lithium-Schwefel-Technologie. Diese Akkus könnten 2020 technisch ausgereift sein und etwa zehn Jahre später in batterieelektrisch angetriebenen Fahrzeugen zum Einsatz kommen.

Bei der Weiterentwicklung von Lithium-Ionen-Akkus liegt der Fokus in Deutschland derzeit vor allem auf Qualität und Sicherheit. Mögliche Nachfolger wie die Lithium-Schwefel-Batterie können laut Thielmann zwei- bis dreimal so viel Energie bei gleicher Batteriegröße speichern - damit würde sich auch die Reichweite von Elektrofahrzeugen verdoppeln oder verdreifachen.
Eine wichtige Referenztechnik zum batterieelektrischen Autoantrieb ist Thielmann zufolge der Brennstoffzellenantrieb. Dabei wird aus Wasserstoff ohne schädliche Abgase Strom fürs elektrische Fahren erzeugt. "Mit wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellenfahrzeugen werden schon heute Reichweiten erzielt, die mit Lithium-basierten Batterien erst in ferner Zukunft möglich sind", erklärt der Experte.(dpa)

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