Joint-Venture zeigt erstes Denza-Modell : Daimler in China ganz elektrisch

Mit einer neuen Marke, die ausschließlich Elektroautos entwickeln und bauen wird, will sich Daimler einen Vorsprung auf dem chinesischen Automarkt verschaffen. Zusammen mit dem chinesischen Hersteller BYD wurde deshalb die neue Marke Denza ins Leben gerufen. Das erste Modell steht nun auf der Auto China in Peking.

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Vorstellung des ersten Denza auf der Auto China in Peking: Daimler-Chef Dieter Zetsche (3. v. re.) und Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber (3. v. li.) umgeben von Führungskräften des Joint-Ventures BDNT.
Vorstellung des ersten Denza auf der Auto China in Peking: Daimler-Chef Dieter Zetsche (3. v. re.) und...Foto: Hersteller

Im chinesischen Auto-El-Dorado wollen derzeit alle mitmischen. Besonders gefragt sind die Produkte der deutschen Premiumhersteller, die sich jedes Quartal über hohe zweistellige Zuwachsraten beim Absatz freuen dürfen. Auch derzeit noch, wo der Automarkt im Reich der Mitte zu schwächeln beginnt und, Experten zufolge, in eine Konsolidierungsphase eintritt. Daimler möchte langfristig aber auch ein Stück vom Massengeschäft abhaben und arbeitet deshalb schon für die Zukunft vor.

Zusammen mit dem chinesischen Autobauer BYD (Build your dreams) hat man dafür ein Joint-Venture mit dem unhandlichen Namen Shenzhen BYD Daimler New Technology (BDNT) gegründet. Für dessen neue Marke Denza entwickeln die beiden Partner mit mehr als 200 Ingenieuren und Spezialisten beider Unternehmen ausschließlich Elektroautos, die in China gebaut und auch verkauft werden sollen.

NEV schon auf der Straße

Der Schachzug könnte für Daimler durchaus aufgehen, denn beide Partner bringen wichtige Kompetenzen ein. BYD hat bereits viel Erfahrung mit elektrischen Antriebssystemen gemacht und ist eines der führenden chinesischen Unternehmen, was Batterietechnologie angeht. Der Daimler-Konzern hingegen kann sein Know-how in Sachen Fahrzeugarchitektur, Sicherheit und Qualität einbringen. Vor allem die letzten beiden Felder waren immer wieder große Schwachstellen chinesischer Automobile.

Kompakter unter Strom: Die technischen Angaben hören sich vielversprechend an. Bis zu 250 Kilometer Reichweite und ein Ladezyklus von fünf Stunden werden derzeit angegeben.
Kompakter unter Strom: Die technischen Angaben hören sich vielversprechend an. Bis zu 250 Kilometer Reichweite und ein Ladezyklus...Foto: Hersteller

"Wir sind mit unseren Plänen für DENZA voll auf Kurs", sagt der Vorsitzende von BDNT, Ulrich Wacker, anlässlich der Präsentation des ersten Modells der Marke auf der Auto China in Peking. Das Konzeptfahrzeug NEV (New Energy Vehicle) befindet sich seinen Angaben zufolge bereits auf Erprobungsfahrten durch China und soll 2013 in Serie gehen. In anderen Märkten wird das Modell aber nicht verkauft werden, wie beide Partner immer wieder beteuern.

Heikler Markt für E-Autos

Ob das Serienmodell dann so komfortabel sein wird wie das Konzeptfahrzeug auf der Auto China, ist allerdings noch offen. Die Rückbank wurde einer Lounge nachempfunden und bietet atmosphärische Beleuchtung und viel Holz- und Kupferapplikationen. Die Basis für das Fahrzeug stellt die B-Klasse von Mercedes. Das NEV soll 200 bis 250 Kilometer weit fahren und in einem Schnellladezyklus in fünf Stunden wieder mit vollen Batterien startbereit sein.

Wie vielversprechend die Zukunft von Elektroautos in China werden könnte, ist allerdings noch offen. Zwar unterstützt die Regierung den Kauf von E-Autos mit 60.000 Yuan (ca. 7200 Euro), aber der Marktanteil elektrisierter Fahrzeuge liegt bei nur 0,03 Prozent. BYD selbst hat mit dem E6 erst einen großen Elektro-Flop gelandet. Das Mittelklasse-Modell ist trotz Beihilfe viel zu teuer und steht wie mit Blei-Rädern in den Autosalons. Ob das Ziel der Regierung, bis 2015 eine Million Elektrofahrzeuge auf Chinas Straßen zu haben, erreicht werden kann, scheint ausgesprochen fraglich.

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