Mehr Elektromobilität für Berlin : Schaut auf diese Stadt

22.05.2012 00:00 Uhr

Mit "viel Substanz" will sich Berlin-Brandenburg als Schaufenster der Elektromobilität profilieren. Die Bewerbung sei keine PR, sagte Stadtentwicklungssenator Michael Müller beim eMobility Summit des Tagesspiegels.

Wie werden die Reifen grün? Der Chemiekonzern Lanxess arbeitet an Reifen, die deutlich weniger Treibstoff oder Strom verbrauchen als die gängigen Modelle.Bild vergrößern
Wie werden die Reifen grün? Der Chemiekonzern Lanxess arbeitet an Reifen, die deutlich weniger Treibstoff oder Strom verbrauchen als die gängigen Modelle. - Foto: Kai-Uwe Heinrich

Für Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) ist es "ein riesiger Erfolg", dass die Bundesregierung Berlin und Brandenburg im Programm "Schaufenster Elektromobilität" ausgewählt hat: Die erfolgreiche Bewerbung sei kein PR- Gag, sondern habe "viel Substanz", sagte Müller beim eMobility Summit des Tagesspiegels: 257 Partner aus der Industrie, Wissenschaft und Politik stünden dahinter – von Energiekonzernen bis hin zu 90 mittleren und kleinen Firmen, die "gut ein Drittel aller Beteiligten" ausmachten.

Die Stadt sei "ein hervorragender Standort für interdisziplinäre Forschung", befand Müller. Brandenburg könne das Projekt durch Wind- und Sonnenkraft mit erneuerbarer Energie versorgen. In Berlin seien zehn bis zwölf "Orte der Elektromobilität" geplant, um die Technologie "sicht- und erfahrbar" zu machen – darunter der Potsdamer Platz und der Alexanderplatz, der Hauptbahnhof und das Tempelhofer Feld. Hinzu komme der Flughafen Tegel als künftiger Industriestandort. Trotz der Verzögerungen am Flughafen BER werde "Tegel ja irgendwann zur Verfügung stehen".

BVG-Ticket inklusive Carsharing

Auf die Frage, wann Berlins öffentlicher Nahverkehr weg vom Sprit komme, konnte Müller "keine Jahreszahl nennen". Der Fuhrpark von BVG und BSR werde schrittweise auf erneuerbare Energien umgestellt. Ab 2013 oder 2014 solle es ein gemeinsames Ticket für verschiedene Verkehrsmittel inklusive Car-Sharing geben.

Für das Schaufensterprogramm kommen bis zu 50 Millionen Euro vom Bund, 75 Millionen Euro steuert Berlins Wirtschaft bei. Das Land Berlin zahlt bis zu 25 Millionen Euro. Federführend ist Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz (parteilos).

Es gehe um die ganze Wertschöpfungskette von Forschung und Entwicklung über die Produktion bis zur Anwendung, sagte Obernitz in einer Diskussion mit Verkehrsministern der anderen Schaufenster-Regionen (Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen/Bayern). Jeder zweite Berliner habe kein Auto, sagte die Senatorin; dies sei ideal für innovative Konzepte. eMobility sei aber "nicht allein ein regionales Thema". So sah es auch Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne): "Wir sind nicht mehr im Wettbewerb, jetzt beginnt die Kooperation." CD

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