Wirtschaft : Ende der Grauzone für Manager

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Von Bernd Hops

Für Deutschlands Manager wird das Leben schwerer. Manager hatten einen Unnahbarkeitsnimbus, alle gingen davon aus, dass sie sich schon richtig verhalten würden. Das taten sie nicht. Und deshalb war es richtig, die Regeln guter Unternehmensführung wieder einmal aufzuschreiben. Dass daraus nun auch noch ein neues Gesetz werden soll, fällt in die richtige Zeit.

Dass es nicht so weiter gehen kann wie bisher, darüber ist man sich auch in der Industrie durchaus einig. Seit Februar 2002 hat die deutsche Wirtschaft einen eigenen Corporate Governance Kodex, einen Knigge für die Unternehmensführung. Doch die Verbindlichkeit dieses Werks reichte der Europäischen Kommission offensichtlich nicht aus. Das Gesetz ist auch richtig: Denn dass das Verständnis darüber, was richtig und was Recht ist, keineswegs einheitlich ist, zeigen die aktuellen Klagen gegen den IGMetall-Vorsitzenden Klaus Zwickel und die beiden höchsten Manager der Deutschen Bank – den Aufsichtsratsvorsitzenden des Instituts, Rolf Breuer, und den Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann.

Zwar zeigt schon das geltende Recht, dass eine Kontrolle von Managern und Aufsichtsgremien durch die Staatsanwaltschaft möglich ist. Doch offenbar reicht es nicht aus. Das Misstrauen der Anleger und Beschäftigten gegen „die da oben“ ist in den vergangenen Monaten jedenfalls eher gewachsen als geschrumpft. Deshalb ist es Zeit, dass der Gesetzgeber sich genauer mit der Klärung dieser Frage befasst – und verbindliche Regeln vorgibt. Ein Gesetz darf nicht dazu führen, dass Manager in Zukunft nicht mehr handeln und keine Risiken mehr eingehen, weil sie Angst haben müssen, vor dem Kadi zu landen. Aber es muss dazu führen, dass sie sich wieder erinnern, was die Regeln ehrbarer Kaufleute sind.

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