Wirtschaft : Ende des Konzernumbaus bei AGIV in Sicht

FRANKFURT (MAIN) (rtr).Die AGIV Aktiengesellschaft für Industrie und Verkehrswesen hat den Umbau zum Maschinenbau- und Meßtechnik-Konzern nahezu abgeschlossen.Mit dem am Vorabend besiegelten Verkauf der GAH Anlagentechnik AG an die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) stehe die AGIV vor einem erfolgreichen Abschluß des 1993 begonnenen Restrukturierungsprogramms, sagte Vorstandschef Udo Stark am Dienstag auf der Hauptversammlung in Frankfurt.Folgerichtig werde die Gesellschaft künftig unter dem Namen AGIV AG firmieren.Im Bereich technische Dienstleistungen, aus dem sich die AGIV zurückziehen will, steht nach früheren Angaben jetzt noch die Ernst Peiniger GmbH mit einem Umsatz von etwa 583 Mill.DM zum Verkauf.

Nach der Ertragswende 1997 und einem sehr guten ersten Quartal sei der Umsatz in den ersten fünf Monaten in den Kernbereichen Maschinenbau und Meßtechnik im Jahresabstand um 500 Mill.auf 2,1 Mrd.DM gestiegen.Das Vorsteuerergebnis beider Bereiche habe sich "im Vergleich zum Umsatzzuwachs deutlich überproportional" verbessert, sagte Stark.Im Gesamtjahr sei vor Steuern ein Überschuß von rund 180 (110) Mill.DM realisierbar.Es herrsche Zuversicht, das für 1998 anvisierte Ziel eines Gewinns je Aktie von drei DM nach 2,20 DM im Vorjahr zu erreichen.Für 1999 seien 3,20 DM geplant.Im Bereich Maschinenbau und Meßtechnik seien in diesem Jahr mehr als vier Mrd.DM Umsatz zu erwarten, was gegenüber 1997 einem Anstieg von 14 Prozent gleichkomme, sagte Stark.Mittelfristig soll der Umsatz auf fünf bis sechs Mrd.DM und der Gewinn vor Steuern auf 200 bis 250 Mill.DM gesteigert werden.Wachsen wolle die AGIV auch durch Zukäufe.Besonders in Nordamerika habe das Unternehmen noch Nachholbedarf.In absehbarer Zeit könne er wohl über ein bis zwei kleinere Tranksaktionen berichten, sagte Stark.Mittelfristig geplant sei ein Börsengang der im Bereich Meßtechnik tätigen und im Mai zur AG umgewandelten Tochter Spectris.Weiter offen sei, wie und wann sich der Großaktionär BHF-Bank von seiner knapp 47prozentigen AGIV-Beteiligung trennen wolle.

Aktionärsvertreter begrüßten die Entwicklung der AGIV.Die Ausschüttung von einer DM je Aktie sei respektabel und wecke Erwartungen, sagte Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre.Bei einer Präsenz von 76,7 Prozent des Grundkapitals stimmten die Anteilseigner für die Einführung nennwertloser Stückaktien.

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