Wirtschaft : Ende einer Partnerschaft

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Für France Télécom sollte es der Einstieg in den deutschen Markt sein: Im Jahr 2000 beteiligten sich die Franzosen mit 28,5 Prozent an der Mobilcom AG. Ziel beider Unternehmen: Eine Lizenz für die neue Mobilfunktechnik UMTS zu ersteigern und ein UMTSGeschäft aufzubauen. Dazu sollte Mobilcom seine Kunden und die Kenntnis des deutschen Marktes einbringen, France Télécom sollte das Projekt finanzieren. Mobilcom würde vom Vermarkter von Mobilfunkverträgen für andere Netzbetreiber selbst zum Netzbetreiber aufsteigen. Ohne die finanzielle Unterstützung der Franzosen hätte Mobilcom UMTS allerdings nicht finanzieren können. Allein die Lizenz hat mehr als acht Milliarden Euro gekostet, noch einmal 1,1 Milliarden Euro sind nach Mobilcom-Angaben bisher in die Netztechnik geflossen. Ein Bankenkonsortium gab 4,7 Milliarden Euro, die Ausrüster Nokia und Ericsson gewährten Mobilcom Lieferantenkredite in Höhe von 1,1 Milliarden Euro – alles nur, weil dahinter France Télécom stand.

Die Franzosen hätten auch weiter Milliarden in Mobilcom investieren müssen, um das UMTS-Geschäft aufzubauen. Doch schon Ende 2001 gab es heftigen Streit zwischen Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid und den Franzosen über die weitere Finanzierung. Während Schmid die Investitionen vorantreiben wollte, wollten die Franzosen die Zahlungen strecken, denn inzwischen ist France Télécoms Schuldenberg auf 70 Milliarden Euro angewachsen. Im September kam es zum Bruch. Die Franzosen stellten die Zahlungen ein – seither ist Mobilcom von der Insolvenz bedroht. vis

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