Wirtschaft : Ende eines Dienstweges

Postminister Bötsch entlassen

FRANKFURT (MAIN) (dpa).Das mußte der scheidende Postminister der Telekom und der Post noch mit auf den Weg geben: Beide, so Wolfgang Bötsch vor seiner Verabschiedung am Mittwoch, hätten "noch gewaltigen Nachholbedarf beim Kundenservice".Vor der Entgegennahme seiner Entlassungsurkunde sagte Bötsch: "Die Wettbewerber auf dem freien Markt werden die Kundennähe vorführen." Seine fünf Jahre als Bundespostminister seien anstrengend und kompliziert gewesen, sagte Bötsch bei seinem letzten öffentlichen Auftritt vor seiner Verabschiedung am Mittwoch in Bonn.Aber er habe Weichen gestellt und seinen Reform-Auftrag erfüllt.Als CSU-Bundestagsabgeordneter wolle er auch für die neue Legislaturperiode kandidieren.Nach der Auflösung des Postministeriums sei zunächst noch ein staatlich regulierter Markt notwendig, da der freie Wettbewerb erst in Gang kommen müsse.Die künftige Regulierungsbehörde für Telekommuniation und Post, die aus dem Postministerium hervorgeht, wird nach den Worten von Bötsch 240 Beschäftigte haben.Im Postministerium arbeiteten zuletzt 342 Mitarbeiter.Die Vorstellung neuer Briefmarken übernimmt künftig der Finanzminister. Zuvor hatte Bundeskanzler Helmut Kohl Bötsch wegen seiner Privatisierungsarbeit gelobt.Er bescheinigte dem 59jährigen CSU-Politiker "klare Sprache und gelegentlich herben Charme" und stellte den Börsengang der Telekom im vergangenen Jahr als "spektakulären Erfolg" heraus.Der Bundeskanzler sagte zu Bötsch: "Sie haben sich um das Land verdient gemacht!" Das Bundespostministerium wird nun aufgelöst, nachdem die Privatisierung des Post- und Telekommunikationswesens vollzogen ist.Die im Grundgesetz verankerte Aufsichts- und Regulierungsfunktionen nehmen künftig das Wirtschafts- und das Finanzministerium wahr.

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