Endesa-Übernahme : Eon erhöht Angebot

Im Kampf um den spanischen Energieversorger Endesa prescht Eon jetzt mit einem erhöhten Angebot nach vorne. Mit der Entscheidung der EU-Kommission im Rücken will das Düsseldorfer Unternehmen die Übernahme perfekt machen.

Düsseldorf - Im Kampf um die Übernahme des spanischen Energieversorgers Endesa hat Eon sein Angebot von bisher 25,40 Euro auf 35 Euro je Aktie in bar deutlich erhöht. Wie das Unternehmen weiter mitteilte, wird sich der Angebotspreis für den Fall, dass Endesa vor Abschluss der Transaktion Dividenden an seine Aktionäre ausschüttet, entsprechend verringern. Eon-Vorstandschef Wulf Bernotat sprach von einer "äußerst attraktiven Möglichkeit für Endesas Aktionäre", die Eons Vertrauen in Endesas Geschäftsmodell und Wachstumsperspektiven widerspiegele.

Der spanische Baukonzern Acciona hatte zuvor überraschend den Erwerb einer zehnprozentigen Beteiligung an Endesa für 3,38 Milliarden Euro mitgeteilt, was einem Kaufpreis von 32 Euro je Aktie entspricht. Am Dienstag hatte die EU-Komission als oberste europäische Wettbewerbsbehörde dem Düsseldorfer Konzern den Rücken gestärkt. Sie entschied, dass die von den spanischen Behörden verhängten Auflagen für das geplante Milliardengeschäft gegen geltendes EU-Recht verstoßen. Das bedeutet, dass Eon die Vorgaben aus Madrid ignorieren kann. Diese würden darauf hinauslaufen, dass Eon rund 35 Prozent der Endesa-Anlagekapazititäten in Spanien abstoßen müsste. Die jetzige Annullierung der Auflagen durch die EU-Kommission ist verbindlich, könnte aber von Spanien noch vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) angefochten werden.

Eon hatte 29,1 Milliarden Euro für Endesa, den führenden Stromversorger in Spanien und Lateinamerika, geboten. Mit der Übernahme würden die Düsseldorfer zum weltgrößten Energiekonzern. Die spanische Regierung hatte aber in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass sie ein konkurrierendes Angebot des einheimischen Unternehmens Gas Natural für Endesa in Höhe von 22,5 Milliarden Euro bevorzugt. Hintergrund ist, dass Madrid den strategisch bedeutsamen Energiesektor am liebsten weiter unter nationaler Kontrolle sehen würde. Allerdings signalisierte Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero zuletzt Kompromissbereitschaft. (tso/AFP)

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