Endesa-Übernahme : Eon gibt sich geschlagen

Eon wird den spanischen Energieversorger Endesa nun doch nicht kaufen. Nach langem Übernahmekampf entschied der deutsche Konzern, den Konkurrenten Enel und Acciona den Vortritt zu lassen.

Düsseldorf - Der deutsche Energieversorger Eon hat sich im Übernahmekampf um den spanischen Stromkonzern Endesa geschlagen gegeben. Da die konkurrierenden Bieter, der spanische Baukonzern Acciona und der italienische Energiekonzern Enel, bereits 46 Prozent der Endesa-Anteile zusammengekauft haben, werde das eigene Ziel, mehr als 50 Prozent an dem spanischen Stromkonzern zu erreichen, vermutlich scheitern, erklärte das Düsseldorfer Unternehmen in einer Börsenmitteilung. Eine Minderheitsposition bei Endesa werde Eon nicht akzeptieren, hieß es.

Stattdessen schlossen die Deutschen mit den Spaniern und Italienern ein Abkommen. Enel und Acciona verpflichten sich demnach, kurzfristig ein Übernahmeangebot für den spanischen Versorger Endesa abzugeben. Sofern die beiden Unternehmen die Kontrolle über Endesa erreichten, erhalte Eon als Ausgleich ein "umfangreiches" Beteiligungspaket mit Aktivitäten in Spanien, Italien und Frankreich sowie weitere Aktivitäten in Polen und in der Türkei. Das Paket sei rund zehn Milliarden Euro wert.

Acciona hatte in der Bieterschlacht um Endesa noch am Freitag nachgelegt und die Börsenaufsicht um Erlaubnis gebeten, seinen Anteil bei dem spanischen Stromkonzern von derzeit 21 Prozent auf knapp 25 Prozent zu erhöhen. Wenn Acciona tatsächlich 25 Prozent an Endesa hielte, wäre es rechnerisch unmöglich geworden, dass die deutsche Eon noch die Mehrheit bekommen könnte - knapp 53 Prozent von Endesa wären dann in der Hand des italienischen Energiekonzerns Enel, des Baukonzerns und der spanischen Staatsholding Sepi. Eon hatte den Aktionären von Endesa 40 Euro je Aktie geboten, das Angebot sollte in Spanien bis Dienstag laufen. (tso/AFP)

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