Endesa-Übernahme : Eon nimmt weltweit höchsten Kredit auf

Der Energieversorger Eon hat für die angestrebte Übernahme des spanischen Konkurrenten Endesa einen Kredit in derzeit einmaliger Höhe im Milliardenbereich aufgenommen.

Düsseldorf/Brüssel/Hamburg - Eon habe problemlos die Summe von 37,1 Milliarden Euro aufnehmen können, ließ das Düsseldorfer Unternehmen wissen. "Diese weltweit höchste Kreditlinie unterstreicht, dass der internationale Finanzmarkt großes Vertrauen in Eon hat und die Endesa-Transaktion unterstützt", erklärte Finanzvorstand Erhard Schipporeit.

Zusammen mit Endesa, dem führenden Stromversorger in Spanien und Lateinamerika, würde Eon zur weltweiten Nummer eins aufsteigen. Der Konzern will den Kredit unter anderem durch Anleihen und Verkäufe zurückzahlen und schloss eine Kapitalerhöhung nicht aus.

EU fordert Klarheit wegen Eon-Privilegien

Die EU-Kommission hat von der Bundesregierung eine Klarstellung zu einem umstrittenen Privileg des deutschen Energiekonzerns Eon gefordert. In einem Brief an die Bundesregierung habe die Brüsseler Behörde gefordert, den faktischen staatlichen Übernahmeschutz für Eon zu begründen, sagte ein Kommissionssprecher. Er bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times". Diese hatte unter Berufung auf das Schreiben berichtet, die EU-Kommission fordere ein Ende des Übernahmeschutzes.

Eon kann derzeit nicht von einem anderen Konzern übernommen werden, weil die Bundesregierung eine so genannte "Goldene Aktie" an dem Unternehmen besitzt. Bei einer Eon-Übernahme kann die Bundesregierung einen Wiederverkauf des Gasversorgers Ruhrgas an eine andere Firma anordnen, was den Kauf von Eon unattraktiv machen würde. Dies geht auf die im Jahr 2002 erteilte Ministererlaubnis für die Übernahme von Ruhrgas zurück. Dies wurde damals mit der Bedeutung von Ruhrgas für die deutsche Energieversorgung begründet.

Auch spanische Regierung attackiert Klausel

Die Klausel war in den vergangenen Monaten auch von der spanischen Regierung attackiert worden. Madrid sperrt sich derzeit gegen die geplante Übernahme des nationalen Energieversorgers Endesa durch Eon. Mehrmals verwies Spanien dabei auf die Eon-Sonderklausel als Rechtfertigung für den Schutz von Endesa. Die EU-Kommission macht zugleich Druck auf die spanischen Behörden, den Widerstand gegen die Übernahme von Endesa durch Eon aufzugeben. (tso/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben