Endesa-Übernahme : Gericht räumt Eon Steine aus dem Weg

Spaniens Oberster Gerichtshof hat seinen einstweiligen Stopp der Endesa- Übernahme durch Eon aufgehoben. Allerdings kann das Übernahmeverfahren noch nicht eröffnet werden, da auch das Madrider Handelsgericht eine Blockade verhängt hatte.

Madrid/Düsseldorf - Mit der Verfügung, mit der der Oberste Gerichtshof das Angebot des spanischen Energiekonzerns Gas Natural gestoppt hatte, war automatisch auch die Gegenofferte des deutschen Energiekonzerns Eon auf Eis gelegt worden. Das Madrider Handelsgericht will an diesem Donnerstag über seinen Stopp beraten und wenige Tage später eine Entscheidung fällen. Danach könnte die die Börsenaufsicht die Gebote wieder frei geben.

Endesas Aktionäre könnten bald entscheiden

"Wir begrüßen die heutige Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in Madrid, die einstweiligen Verfügungen gegen das Übernahmeangebot von Gas Natural für Endesa aufzuheben", erklärte Eon-Vorstandschef Wulf Bernotat. Damit ist eine wesentliche Hürde für das Kaufangebot der Düsseldorfer aus dem Weg geräumt. Bernotat zeigte sich zuversichtlich, dass die noch bestehende Verfügung eines Madrider Handelsgerichts kurzfristig aufgehoben wird. Danach könnten die Endesa-Aktionäre bald ihre Entscheidung treffen, sagte er.

Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs fiel mit 16 zu 15 Richterstimmen denkbar knapp aus. Einer der 32 Richter der zuständigen Kammer fehlte bei der Entscheidung. Das Gericht hatte im April 2006 entschieden, dass ein Beschluss der spanischen Regierung, die Offerte von Gas Natural unter bestimmten Auflagen zu billigen, illegal war. Es gab damit einer Klage von Endesa statt.

Eon bietet knapp 37 Milliarden Euro

Endesa stellte später jedoch den Antrag, den Stopp wieder aufzuheben, nachdem die Regierung das Gegenangebot von Eon ebenfalls zugelassen hatte. Madrid hatte für die Eon-Offerte zunächst strenge Auflagen erlassen, diese jedoch später auf Betreiben der EU-Kommission stark gelockert. Die neuen Auflagen wurden mittlerweile auch von Eon akzeptiert.

Der Endesa-Präsident Manuel Pizarro kritisierte die Behäbigkeit der spanischen Justiz. "Eine zu spät kommende Gerechtigkeit ist keine Gerechtigkeit", sagte er. Eon bietet knapp 37 Milliarden Euro für seinen spanischen Konkurrenten und damit deutlich mehr als Gas Natural. (tso/dpa)

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