Wirtschaft : „Endlich einer mit Kunstverstand“ Was die Kunden

zum neuen Investor sagen

Djamila Schuler
Djamila Schuler

Jutta Linke

freut sich sehr, dass Karstadt und das KaDeWe nun einen neuen Investor haben. „Wir sind wirklich glücklich“, sagt die 79-Jährige Rentnerin, die seit 40 Jahren um die Ecke vom KaDeWe in der Fuggerstraße wohnt und in dem Warenhaus seit 40 Jahren Einkaufen geht. Mehr noch: „Ich freue mich vor allem für die Mitarbeiter“, sagt Linke. „Meine Tochter arbeitet auch hier.“ In den vergangenen Monaten habe es unter den Mitarbeitern sehr große Aufregung gegeben, nun seien alle erleichtert.

Djamila Schuler findet es praktisch, bei Karstadt am Hermannplatz einkaufen gehen zu können. „Hier in der Nähe gibt es ja sonst nichts in der Art“, sagt die junge Mutter. Sie schätzt die Vielfalt des Angebots. Das tut auch die 68-Jährige Elke Henke. Deshalb kommt sie mit ihrem Rauhaardackel Wickie aus Lichtenberg hierher nach Neukölln. Sie hat die Diskussion um die Zukunft von Karstadt genau verfolgt, weil sie selbst viele Jahre im Unternehmen als Verkäuferin gearbeitet hat. „Dass Herr Berggruen Karstadt jetzt übernommen hat, ist eine gute Sache“, sagt sie. „Da kommt einer mit Kunstverstand an die Spitze, der nicht diese Geiz-ist-Geil- Mentalität hat.“

Jürgen Fischer ist am Dienstagmorgen noch ein bisschen skeptisch, ob die Vermieter dem Erwerber Nicolas Berggruen tatsächlich die geforderten Mietnachlässe gewähren. Der Rentner aus Schöneberg schätzt das abwechslungsreiche Angebot im KaDeWe, auch wenn er heute das gewünschte Fachbuch über Modellbau nicht bekommen hat. „Ich bin ganz reizend bedient worden, obwohl der Verkäufer wusste, dass er mit mir kein Geschäft macht“, lobt der 60-Jährige. „Ich hoffe, dass das KaDeWe erhalten bleibt und nicht am Ende MacPaper oder MacGeiz oder sonst was hier reinkommt.“

Claudio Cozzi geht ins KaDeWe einkaufen, „weil ich bestimmte Artikel einfach nur hier bekomme“. Dafür fährt er extra von Friedrichshain nach Schöneberg. Vor allem aber findet der 38-Jährige, dass das traditionsreiche Warenhaus an der Tauentzienstraße eine Institution ist, ohne die Berlin ärmer wäre. „Ich bin Berliner. Wenn das KaDeWe nicht mehr da wäre, würde ein Stück Lebensqualität verloren gehen“, sagt Cozzi. „Das wäre genauso ein Verlust, als wenn in London Harrods oder in Paris die Galeries Lafayette schließen würden.“ vis

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