Wirtschaft : Endmontage in Toulouse und Hamburg - Schröder schließt Förderung durch Darlehen für Dasa nicht aus

kvo/kol

Die Endmontage des geplanten europäischen Großraumflugzeuges Airbus A3XX wird voraussichtlich zwischen den Airbus-Werken Toulouse in Südfrankreich und Hamburg aufgeteilt. Die beteiligten Unternehmen werden dem Luft- und Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung, Siegmar Mosdorf, ihre Vorstellungen zu der Aufteilung schriftlich erläutern. Dasa-Sprecher Rainer Ohler wies am Donnerstag allerdings darauf hin, dass es noch keinen Beschluss des Airbus-Konsortiums gebe. "Wir brauchen die Zustimmung der Airbus-Partner", sagte Ohler gegenüber dem Tagesspiegel.

Mosdorf hatte am vergangenen Mittwoch Gespräche mit Rainer Hertrich und Philippe Camus, den künftigen Vorstandschefs der European Aeronautic, Defense and Space Company (EADS), geführt. Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, der aus der Fusion von DaimlerChrysler Aerospace, Aerospatiale Matra und Casa entstehen soll, wird 80 Prozent der Anteile an Airbus halten. Der Airbus A3XX soll dem Großraumflugzeug 747 des US-Herstellers Boeing Konkurrenz machen.

Hertrich sagte gegenüber dem Handelsblatt, die Gespräche der Airbus-Partner zur Standortentscheidung seien weit vorangekommen. "Alle Partner stimmen in dem Ziel überein, dass die Fähigkeiten der Airbus-Partner optimal genutzt werden müssen, auch und gerade bei der wichtigen Frage der Endmontage." Beobachter vermuten, dass große Teile der Endmontage in Toulouse stattfinden und im Ausgleich Teile der Vorarbeiten von Toulouse nach Hamburg verlagert werden könnten. Die eigentliche Endmontage macht nur rund fünf Prozent des gesamten Bauvolumens eines großen Flugzeugs aus. Der für die Zivilflugzeug-Produktion verantwortliche Dasa-Vorstand Gustav Humboldt wies darauf hin, dass die Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen in Deutschland entscheidend für die Aufteilung sein werde.

An der Entscheidung für den Standort hängt auch die Förderung des Projektes durch die Bundesregierung. Bundeskanzler Schröder hatte am Mittwoch zugesagt, eine Förderung durch ein Darlehen zu prüfen. Voraussetzung sei aber, dass der Standort der Endmontage feststehe. Das Bundesfinanzministerium hatte bislang nur eine staatliche Bürgschaft zur Verfügung stellen wollen und war dafür von der Dasa scharf kritisiert worden.

Anders als die Dasa haben die anderen Airbus-Partner von ihren Regierungen bereits Zusagen für Kredite, mit denen die Entwicklung des Airbus A 3XX finanziert werden soll. Erst am vergangenen Montag hatte die britische Regierung einen Kredit in Höhe von rund 1,6 Milliarden Mark zugesagt.

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