Wirtschaft : Endspiel ums Endspiel

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Von Ingo Wolff

Berlin. Michael Lang kann sich nicht erinnern, wann die NFL Europe jemals so spannend verlaufen ist. Der Manager von Berlin Thunder denkt dabei natürlich nur an die vier Jahre, in denen die Berliner der europäischen Footballliga angehören. Doch die Dramatik, die der letzte Spieltag der Saison 2002 in sich birgt, sucht in der Liga-Geschichte tatsächlich ihresgleichen. Nur noch ein Spieltag, und noch immer kämpfen zwei Teams um den zweiten Platz im Endspiel. Das Besondere: Die beiden Aspiranten spielen jetzt direkt gegeneinander: Berlin Thunder gegen Frankfurt Galaxy. Der Gastgeber des World Bowls in Düsseldorf am 22. Juni, Rhein Fire, hat dagegen seinen Finalplatz schon sicher.

Die Berliner haben in diesem Endspiel um das Endspiel einen leichten Vorteil. Das Spiel findet am morgigen Samstag im heimischen Jahnsportpark (Beginn 18 Uhr) statt. Allerdings muss Berlin Thunder auch mit vier Punkten Vorsprung siegen, da die Frankfurter das Hinspiel zum Saisonauftakt im Waldstadion mit 27:24 in der Verlängerung gewonnen hatten und die Berliner auch bei den Gesamtpunkten schlechter stehen.

Headcoach Peter Vaas ist aber zuversichtlich. Schon das Hinspiel verlief äußerst knapp. Seine Offensive setzte damals der besten Abwehr der Liga mächtig zu. Doch die Niederlage gab den Berlinern einen psychischen Knacks. Es folgten zwei weitere Niederlagen. Doch dann kassierten die Berliner in den folgenden sechs Spielen nur eine Niederlage. Die Frankfurter, mit vier Siegen gestartet und zur Hälfte der Saison ein sicherer Endspielkandidat, gerieten mit drei Niederlagen in fünf Begegnungen unverhofft ins Schlingern, geschwächt allerdings durch den Ausfall von Quarterback Joe Hamilton.

Diese entgegengesetzt verlaufenden Serien verstärken Vaas’ Hoffnung. Er ist seit Saisonbeginn von der erfolgreichen Titelverteidigung überzeugt. „Wir haben ein verdammt gutes Team“, hat Vaas selbst nach dem Fehlstart beteuert - und behielt Recht. Besonders Quarterback Todd Husak hat sich von Partie zu Partie gesteigert und seine Mitspieler erfolgreich in Szene gesetzt. Noch einmal bekommt Husak nun vor eigenem Publikum die Chance, das zu wiederholen. Bevor er, wie fast alle Spieler, spätestens nach dem World Bowl wieder in die USA zurückkehrt.

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