Wirtschaft : Endspurt für die Reisevorbereitung

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Von Heike Jahberg

Noch gut einen Monat durchhalten, dann ist es soweit: Anfang Juli beginnen in Berlin die Sommerferien. Selbst wer noch nicht gebucht hat, hat in diesem Jahr gute Chancen, noch auf den letzten Drücker einen Platz im Ferienflieger zu ergattern. Denn: Noch nie gab es so viele Kurzentschlossene wie zurzeit. 30 bis 40 Prozent aller Reisenden entscheiden sich erst einen Monat vorher, wohin die Reise gehen soll, sagt Markus Faller, Vorstand des Last-Minute-Anbieters L´Tur. Die flaue Wirtschaftskonjunktur und die Angst, den Job zu verlieren, halten viele Touristen davon ab, sich frühzeitig zu binden. Die Konsequenz: „Es gibt noch viele freie Plätze", meint Faller. Allein bei L´Tur kann man zwischen 200 000 Angeboten wählen, wenn man innerhalb der nächsten 14 Tage aufbrechen möchte. Aber auch für die Ferienzeit ist längst noch nicht alles ausgebucht. Allerdings müssten die Kunden dann eventuell auf andere Flughäfen wie Hamburg, Dresden oder Leipzig ausweichen, sagt der Last-Minute-Unternehmer.

Ob kurzentschlossen oder lang geplant - wer bald verreisen will, sollte jetzt einige Dinge regeln. Gedanken sollte man sich zum Beispiel darüber machen, welchen Versicherungsschutz man im Urlaub braucht. Wer sicher gehen will, dass er auch am Ferienort ohne finanzielle Probleme einen Arzt konsultieren oder sich im Krankenhaus untersuchen lassen kann, sollte eine Auslandsreisekrankenversicherung abschließen. Wenig sinnvoll ist dagegen nach Meinung von Verbraucherschützern eine Reisegepäckversicherung (siehe Kasten), weil sie in vielen Fällen gar nicht zahlt. Zudem deckt auch die klassische Hausratversicherung einen Teil des Versicherungsschutzes ab.

Hausratversicherung springt ein

Alle Gefahren, die zu Hause in den eigenen vier Wänden drohen, sind bis zu einer vertraglich festgelegten Grenze auch am Urlaubsort mitversichert, heißt es bei der Versicherungsgesellschaft WWK. Wird Ihnen bei einem Einbruch ins Hotelzimmer der Camcorder gestohlen, ist das ein Fall für die Hausratversicherung. Gleiches gilt, wenn bei einem Brand in der Ferienwohnung Ihre Reisegarderobe zerstört wird. Anders als bei der Reisegepäckversicherung zahlt die Hausratversicherung nicht nur den Zeitwert, sondern bietet „Neuwertversicherungsschutz". Maßgeblich ist also nicht der aktuelle Wert der gestohlenen oder vernichteten Sachen, sondern der Preis, den man aktuell für ein neuwertiges Produkt zahlen müsste.

Wer am Ferienort mit einem Mietauto herumfahren möchte, sollte sich bereits daheim um einen ausreichenden Versicherungsschutz kümmern, raten Verbraucherschützer. Sie empfehlen eine so genannte „Mallorca-Police", die die Deckungssummen bei Verkehrsunfällen in fremden Ländern auf deutsches Niveau anhebt. So liegt etwa in Spanien die gesetzlich vorgeschriebene Mindestdeckungssumme in der Autohaftpflicht bei weniger als einem Fünftel des in Deutschland geltenden Niveaus. Die Differenz schließt die "Mallorca-Police". In einigen Kfz-Haftpflichtversicherungen ist die Zusatzpolice sogar bereits beitragsfrei enthalten. Der Versicherungsschutz gilt jedoch nur für den Versicherungsnehmer, den Ehegatten sowie den Lebenspartner, wenn dieser im selben Haushalt lebt.

Wer seinen Mietwagen nicht vor Ort, sondern in Deutschland bucht, hat einen großen Vorteil: Man kann die Vertragsbedingungen vorher detailliert auf Deutsch nachlesen und sich so vor bösen Überraschungen schützen. Wenn es ans Bezahlen geht, sollten Sie Folgendes beachten: Wer bar bezahlt, muss bei dem Mietwagenunternehmen meist eine hohe Kaution hinterlegen. Die Bezahlung der Kaution funktioniert mit der Kreditkarte einfacher - allerdings sollten Sie sich bei der Rückgabe des Wagens am Urlaubsort unbedingt den Zahlungsbeleg der Kreditkarte aushändigen lassen.

Die nächste Frage, die Sie klären müssen: Wie wollen Sie in Ihren Ferien bezahlen? Seitdem Anfang des Jahres in ganz Euroland ein- und dieselbe Währung gilt, fällt der lästige und kostspielige Umtausch von Devisen weg. Wer jedoch nicht große Mengen von Bargeld mit sich herumtragen will, sollte auf sicherere Zahlungsmittel ausweichen wie ec-Karte, Kreditkarte oder Reiseschecks (siehe Artikel unten).

Auch wer mit der Bahn in den Urlaub fährt und keine Lust hat, sich mit Koffern oder Reisetaschen abzuschleppen, sollte allmählich überlegen, ob er einen Transportdienst einschalten möchte und welchen. Will man sein Gepäck auf eine Nord- oder Ostseeinsel schicken, muss man eine Woche Transportzeit einkalkulieren. Außerdem gibt es zwischen den verschiedenen Anbietern erhebliche Preisunterschiede (siehe Grafik).

Schlüssel deponieren

Vergessen Sie bei allem Reisefieber nicht, dafür zu sorgen, dass während Ihrer Abwesenheit jemand Ihre Wohnung hütet und sich um all die lästigen Pflichten kümmert, die trotz des Urlaubs weiter anfallen. Fragen Sie einen Freund oder Nachbarn, ob er während Ihrer Ferien das Treppenhaus putzt, Ihren Briefkasten leert, Blumen gießt und sich notfalls um Ihr Haustier kümmert. Wichtig: Sagen Sie Ihrem Vermieter Bescheid, wem Sie den Schlüssel hinterlassen haben. In Notfällen etwa einem Wasserrohrbruch muss sichergestellt sein, dass irgend jemand Ihre Wohnung aufschließen kann.

Sollte während Ihrer Urlaubszeit ein Bekannter die Wohnung hüten, brauchen Sie Ihren Vermieter vorher nicht um Zustimmung zu bitten, sagt der Deutsche Mieterbund. Sie sollten jedoch Ihre Nachbarn informieren, damit diese Ihren Gast nicht für einen Einbrecher halten.

Steht die Wohnung in den Ferien dagegen leer, sollten Sie einige praktische Tipps beachten: Schließen Sie die Fenster und Türen, ziehen Sie den Stecker von Fernsehen, Radio und Computer. Aber: Lassen Sie Ihre gefüllte Tiefkühltruhe am Netz. Es sei denn, Sie möchten sofort nach Ihrer Rückkehr ein richtig ausgiebiges Mahl zu sich nehmen. Und sind hart im Nehmen.

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