Wirtschaft : Endzeitstimmung bei Walter-Bau Holzmann International gerettet

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München/Frankfurt/Köln (dpa). Nach der Pleite des Bauriesen Holzmann befürchten auch die Aktionäre des verlustreichen Walter-Bau-Konzerns die Insolvenz des Unternehmens. „Wir verspüren hier und heute Endzeitstimmung“, sagte ein Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München. Angesichts der Finanzlage des Konzerns dränge sich der Gedanke an Holzmann förmlich auf. Die Fusion mit dem Schwesterkonzern Dywidag im vergangenen Jahr habe die Erwartungen der Aktionäre tief enttäuscht.

Walter Bau und Dywidag waren zu einem der größten Baukonzerne Europas verschmolzen. Statt eines geplanten Gewinns fuhr der neue Konzern im ersten gemeinsamen Jahr 2001 bei einem Umsatz von 3,9 Milliarden Euro einen Verlust von 231 Millionen Euro ein. Die Aktionäre mussten auf eine Dividende verzichten.

„Wie ist es möglich, dass Mitte des Jahres eine so falsche Prognose abgegeben worden ist?“, kritisierte ein Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre. Der Rückgang der Eigenkapitalquote im Konzern auf elf Prozent sei bedenklich. Dagegen hält die Konzernleitung weiter an ihren Prognosen für das Gesamtjahr fest. Nach wie vor werde operativ ein leichter Verlust und ein ausgeglichenes Bilanzergebnis erwartet, sagte Vorstandschef Hans-Joachim Wolff.

Unterdessen geht die Aufteilung der zahlungsunfähigen Philipp Holzmann AG voran. Der algerische Mischkonzern Khalifa übernimmt große Teile der Holzmann-Aktivitäten im Ausland. Die entsprechenden Verträge zwischen dem nordafrikanischen Familien-Konzern und dem Insolvenzverwalter Ottmar Hermann wurden am Mittwoch in Frankfurt unterzeichnet. Damit könnten knapp 650 Arbeitsplätze – davon 100 im Inland – gerettet werden.

Für die Straßenbausparte des Baukonzerns interessiert sich der Baukonzern Strabag. „Die Gespräche laufen noch“, sagte Unternehmenssprecher Rainald Auer am Rande der Hauptversammlung in Köln. Für 2002 will die Strabag nach einem Jahresfehlbetrag im Konzern für 2001 von knapp 18 Millionen Euro ein positives Ergebnis erreichen. Der Überschuss für 2000 lag noch bei zehn Millionen Euro.

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