Energie : Eon Ruhrgas will Gashandel vereinfachen

Der größte deutsche Gashändler Eon Ruhrgas will den Handel mit Gas vereinfachen. Der Netzzugang für Konkurrenten soll einfacher gestaltet werden, aber die Preise sollen nicht "zwangsläufig" sinken.

Düsseldorf - Nach der Zusammenlegung von bislang vier Marktgebieten werde es künftig nur noch zwei Netze für die beiden unterschiedlichen Qualitäten H-Gas und L-Gas geben, sagte Eon Ruhrgas-Chef Burckhard Bergmann. Damit werde künftig das Argument des "umständlichen Netzzugangs" in Deutschland nicht mehr gelten. Gas werde jedoch nicht zwangsläufig billiger, sagte Bergmann. "Wir gehen jedoch davon aus, dass sich die Angebotsvielfalt bei den Endkunden vergrößert."

Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) begrüßte die Ankündigung als wichtigen Beitrag für mehr Wettbewerb. "Offenbar hat Eon Ruhrgas unsere Signale verstanden. Nun müssen auch die anderen Gasnetzbetreiber diesem Beispiel folgen." Glos bereitet derzeit eine Verschärfung des Kartellrechts vor, um bei Strom und Gas Preisauswüchse kontrollieren zu können.

Mit einem Marktanteil von mehr als 80 Prozent sei dabei das besonders energieintensive H-Gas das wichtigste Geschäftsfeld. Dieses Gas stamme vor allem aus russischen und norwegischen Förderung. Das weniger energieintensive L-Gas stamme dagegen vorwiegend aus deutscher und niederländischer Produktion. Eine Mischung der beiden Gasqualitäten sei aus technischen Gründen nicht möglich. Für die technisch sehr aufwendige Umstellung werde Eon Ruhrgas einen "zwei- bis dreistelligen Millionenbetrag" vor allem im IT-Bereich investieren müssen.

Ölpreisbindung keine Einbahnstraße

Als Folge der so genannten Ölpreisbindung werde der Gaspreis aber zum Jahreswechsel und möglicherweise noch einmal zum 1. April 2007 für die Eon Ruhrgas-Kunden jedoch sinken, sagte Bergmann. "Wir können damit erneut beweisen, dass die Ölpreisbindung keine Einbahnstraße ist". Durch die Ölpreisbindung folgt der Gaspreis mit zeitlicher Verzögerung den in den vergangenen Wochen wieder gesunkenen Ölpreisen. Eon Ruhrgas liefert jedoch nicht an Endverbraucher, sondern vorwiegend an Stadtwerke.

Mit der zum 1. Oktober 2007 geplanten Reduzierung seiner Marktgebiete setze Eon Ruhrgas eine Forderung der Bundesnetzagentur um, sagte Bergmann. Eon Ruhrgas sei auch zu einem Ausbau seiner Netze vor allem in Grenzgebieten bereit, falls sich ein "nachhaltiger Bedarf" abzeichne. Bislang exitierten jedoch noch keine Schätzungen über die Höhe der dafür notwendigen Investitionen.

Auf Nachfrage erklärte auch die Vertriebsgesellschaft des RWE-Konzerns, RWE Energy, die Zahl seiner Marktgebiete reduzieren zu wollen. RWE werde der Bundesnetzagentur ein entsprechendes Angebot unterbreiten, sagte ein Sprecher von RWE Energy in Dortmund. Zu Einzelheiten wolle man sich zu gegebener Zeit äußern. (tso/dpa)

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