Energie : Opec dreht Öl-Hahn nicht weiter auf

Die Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder haben bei ihrer Konferenz in Abu Dhabi keine Produktionssteigerung beschlossen. Sie sehen auf dem Markt keinen Rohöl-Mangel. Zu gerechten Preisen hat die Opec ihre eigene Ansicht.

Abu DhabiDie Opec wird trotz der hohen Ölpreise ihre Produktion vorerst nicht erhöhen. Eine Konferenz der 13 Opec-Staaten in Abu Dhabi entschied, trotz der Preissteigerungen der vergangenen Monate sei auf dem Markt kein Mangel zu erkennen, der eine Aufstockung der Produktion rechtfertigen würde. Die jüngsten Preisschwankungen seien in erster Linie das Ergebnis von Spekulation und der Entwicklung auf den Finanzmärkten. Auf die Frage, welchen Preis die Opec-Staaten, die zusammen rund 45 Prozent der weltweiten Öl-Nachfrage befriedigen, als gerecht empfänden, sagte Generalsekretär Abdullah al-Badri: "Wir haben, was den Preis angeht, kein Ziel. Der Markt bestimmt den Preis."

Der Preis für Rohöl der Opec war gestern wieder um mehr als einen Dollar auf 85,33 Dollar gestiegen (Vortag: 84,28 Dollar). Angesichts der derzeitigen Preisschwankungen wollen sich die Energieminister der Opec-Staaten am 1. Februar in Wien zu einer außerordentlichen Sitzung treffen, um erneut darüber zu beraten. Die Ölpreise hatten sich, nachdem sie am 11. November einen vorläufigen Höhepunkt erreicht hatten, in der vergangenen Woche wieder um etwa zehn Prozent von der zuvor nur knapp verfehlten 100-Dollar-Marke entfernt. Allerdings sind die Opec-Minister besorgt, dass die hohen Preise die Konjunktur insbesondere in den USA dämpfen und damit auch die Nachfrage nach Öl sinken könnten.

Die Opec-Staaten gingen erneut nicht auf Vorschläge des Irans ein, der schon bei ihrem Gipfeltreffen im November in Saudi-Arabien versucht hatte, die Schwäche des US-Dollars zum Thema zu machen. Auf entsprechende Fragen sagte der Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed al-Hamli: "Wir verkaufen Rohöl. Wir überlassen die Dollar-Frage den Finanzministern." Der Wertverlust des Dollars betrifft die Öl-Produzenten, da Rohöl in Dollar gehandelt wird. (imo/dpa)

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