Energie : Salzkavernen werden zum Gaslager

Die Energiekonzerne EDF und EnBW haben sich die Nutzungsrechte für unterirdische Gasspeicher in Niedersachsen gesichert. Die neuen Speicherkapazitäten sollen die EDF-Gruppe "unabhängiger und flexibler machen".

Karlsruhe/Paris - Dabei handelt es sich um so genannte Salzkavernen in der Region um das niedersächsische Etzel bei Wilhelmshaven. Die natürlichen Salzhohlräume sollen zu Speichern mit einem Volumen von bis zu 400 Millionen Kubikmetern entwickelt und bis 2011 in Betrieb genommen werden.

Die beiden Verträge mit der IVG Immobilien sehen einen Zugang für 35 Jahre vor. EDF und EnBW werden sich am Bau einer 56 Kilometer langen Gasleitung von Etzel zum niederländischen Leitungsnetz beteiligen. Das Projekt sei "ein großer Schritt vorwärts für die EDF-Gruppe auf dem Weg zu einem wichtigen Gasanbieter in Nordwesteuropa", hieß von Seiten der Franzosen. Eigene Speicherkapazitäten sind aus Sicht der EnBW wesentliche Voraussetzung, um im europaweiten Gasmarkt "unabhängig und flexibel am Markt agieren zu können".

Die EDF ist mit 45 Prozent an der EnBW Energie Baden-Württemberg AG beteiligt. Der Stromkonzern EDF hat 40 Millionen Kunden und kommt auf 59 Milliarden Euro Umsatz.

Neue Marke ab Oktober

Die EnBW zählt mehr als sechs Millionen Kunden. Sie hatte 2006 einen Umsatz von 13,2 Milliarden Euro und einen Gasabsatz von 83,5 Milliarden Kilowattstunden. Die EnBW ist mit 50 Prozent an der GVS Gasversorgung Süddeutschland GmbH beteiligt, einer regionalen Ferngasgesellschaft, die rund 750 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg, im Vorarlberg, Liechtenstein und in der Ostschweiz versorgt. Von Oktober an will das Unternehmen in noch nicht näher genannten Gebieten die Marke "Yello Gas" etablieren und so erstmals außerhalb von Baden-Württemberg im Gasmarkt mitmischen. Für EnBW-Chef Utz Claassen sind die Rechte für die Gasspeicher "ein fantastischer Schritt zum Ausbau unseres Gasgeschäftsfelds".

In Deutschland gibt es über 40 unterirdische Gasspeicher; der größte Erdgasspeicher Europas liegt im niedersächsischen Rehden. Dort können rund 4,2 Milliarden Kubikmeter Gas gelagert werden. (tso/dpa)

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