Energie : Total darf mit Gasprom Schtokman-Feld erschließen

Am Anfang hatte der Total-Konzern die Nase vorne beim Wettsreit um eine Beteiligung bei der Erschließung des größten Gasfeldes der Welt in Russland. In Schtokman werden die Franzosen eine 25-Prozent-Beteiligung an dem Gasprom-Projekt bekommen.

MoskauRussland hat den französischen Total-Konzern als Partner für die Erschließung des größten Gasfelds der Welt ausgewählt. Der Energieriese werde mit 25 Prozent an der ersten Phase der Ausbeutung des Schtokman-Felds vor der russischen Nordküste beteiligt, erklärte der Chef des russischen Energiekonzerns Gasprom, Alexej Miller. Eine oder mehrere weitere ausländische Firmen könnten einen 24-Prozent-Anteil bekommen. Gasprom behalte mindestens 51 Prozent, die Entwicklungslizenz und die gesamten geförderten Rohstoffe aus dem größten Gasfeld der Welt, das in der Barentssee liegt.

Ein Total-Sprecher in Paris bestätigte die Einigung und sagte, die Gespräche über die Einzelheiten des Vertrages seien schon sehr weit fortgeschritten. Gasprom hatte im Oktober überraschend verkündet, die Schtokman-Vorkommen alleine ausbeuten zu wollen, und damit mehrere ausländische Konzerne vor den Kopf gestoßen. Zuvor hatte es einen harten Wettbewerb um den Einstieg in das russische Vorhaben gegeben. Auch die deutsche Eon Ruhrgas war an einer Beteiligung interessiert. Später schwächte Russland seine Ankündigung ab und teilte mit, ausländische Konzerne könnten sich an der Ausbeutung beteiligen. Das Feld selbst bleibe aber im Besitz von Gasprom.

Lieferungen ab 2013

Das Feld vor Russlands Nordküste enthält Billionen Kubikmeter Erdgas. Mit dem geschätzten Vorkommen könnte man die ganze Welt ein Jahr lang mit Gas versorgen. Die Lieferungen aus dem Feld durch Pipelines sollen im Jahr 2013 beginnen. Ein Jahr später sollen auch die ersten Schiffe mit Flüssig-Gas ablegen. Ein großer Teil des Gases soll nach Europa verkauft werden.

Unter Russlands Ex-Präsident Boris Jelzin hatten ausländische Konzerne oft die Kontrolle über große russische Öl- und Gasvorkommen erwerben können. Unter seinem Nachfolger Wladimir Putin versucht das Land nun, die Kontrolle in nationaler Hand zu behalten und lediglich ausländische Minderheitsbeteiligungen zuzulassen. So sind etwa die deutschen Konzerne Eon Ruhrgas und die BASF-Tochter Wintershall stets nur zusammen mit Gasprom an Gasfeldern oder Pipelines beteiligt, so bei der Ausbeutung des Gasfelds Juschno Russkoje in Westsibirien und beim Bau der Ostsee-Pipeline. (mit dpa)

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