Energie : Weißrussland droht mit Stopp von Erdgas-Transit

Im Gasstreit mit Russland hat Weißrussland mit einem Lieferstopp über sein Territorium nach Europa gedroht.

Minsk - "Wenn es keinen Vertrag über die Gaslieferungen nach Weißrussland gibt, wird Gazprom auch keinen Vertrag für den Transit haben", sagte der weißrussische Vizeregierungschef Wladimir Semaschenko nach seiner Rückkehr von erfolglosen Verhandlungen mit Moskau über die Zukunft der Gaslieferungen an Weißrussland. Semaschenko wies darauf hin, dass 22 Prozent der russischen Gaslieferungen nach Europa über weißrussisches Territorium führten. Vor allem Deutschland und Polen wären vom Versiegen des Gasstroms durch weißrussische Pipelines betroffen.

Schon vor rund einem Jahr war es zu einem Rückgang russischer Gaslieferungen nach Europa gekommen. Damals hatte Gazprom der Ukraine, über die rund 80 Prozent der russischen Gaslieferungen führen, wegen eines Preisstreits die Lieferungen gestoppt. Nun fordert Russland auch von Weißrussland einen höheren Gaspreis. Bislang zahlt das Land pro tausend Kubikmeter russischen Gases nur 46 Dollar (knapp 35 Euro), weit weniger als den durchschnittlichen Exportpreis, den Gazprom von ausländischen Kunden verlangt. Ab 2007 soll die Regierung in Minsk 200 Dollar pro tausend Kubikmeter Gas zahlen, was diese ablehnt. (tso/AFP)

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