Energie : Wie Verbraucher Strom und Geld sparen können

Auf der UN-Konferenz in Durban wollen Politiker das Klima retten. Doch auch jeder von uns kann etwas tun und ganz nebenbei viel Geld sparen.

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AUTO



Je weniger Sprit ein Wagen verbraucht, desto günstiger und umweltschonender ist er. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) empfiehlt daher, ein möglichst kleines Auto zu fahren und darauf zu achten, dass dieses nicht mehr als 140 Gramm CO2 ausstößt. Auskunft über den CO2-Ausstoß gibt das zum 1. Dezember neu eingeführte CO2-Label für Pkw (www.pkw-label.de). Zudem sollten Sie energiesparend fahren: Keinen vollen Kofferraum durch die Gegend kutschieren, möglichst niedrigtourig fahren, schon bei 2000 Umdrehungen schalten und bei Stopps von mehr als zehn Sekunden den Motor abstellen. Wer so fährt, kann bis zu 30 Prozent Sprit sparen, hat der VCD ausgerechnet.

Sparpotenzial: Ein Mittelklasse-Wagen, der im Jahr 10 000 Kilometer gefahren wird und einen Verbrauch von sechs Litern Diesel hat, stößt 1590 Kilogramm CO2 aus. Ein Wagen derselben Klasse mit einem Verbrauch von 3,8 Litern stößt 600 Kilogramm weniger CO2 aus und spart dabei fast 325 Euro Spritkosten.

COMPUTER

Wer am Rechner hauptsächlich E-Mails schreibt oder im Internet surft, für den reicht ein Laptop. Diese verbrauchen weniger Strom als ein PC und sind damit im Betrieb etwas günstiger. Für aufwendige Computerspiele oder andere rechenintensive Dinge sollte es dann aber schon ein PC mit extra Monitor sein.

Sparpotenzial: Ein sparsames Laptop verbraucht 45 Kilowattstunden pro Jahr, das schlägt mit knapp elf Euro zu Buche. Bei einem PC kostet schon allein der Betrieb des Röhrenmonitors ungefähr dasselbe.

FERNSEHER

Sie werden nicht nur immer flacher, sondern auch immer größer. Wer Energie sparen möchte, sollte ein LCD-Gerät wählen und die Finger von Plasma-Fernsehern lassen. Die fressen nämlich manchmal sogar mehr Strom als ein alter Röhrenfernseher. Verbraucher können jetzt leichter herausfinden, wie es um den Energieverbrauch steht. Seit Ende November müssen auch Fernseher das Energie-Label tragen. Im Moment steht der Buchstabe A noch für das sparsamste Gerät. Doch dabei wird es nicht bleiben. Bis 2020 soll die Skala auf A+++ ausgedehnt werden. Dann wäre der A-Fernseher schon ein ziemlicher Verschwender.

Sparpotenzial: Ein sparsamer LCD-Fernseher mit einer Bildschirmdiagonalen von 80 Zentimetern verbraucht im Jahr Strom für knapp 14 Euro, ein Röhrenmonitor mit einer Diagonalen von 70 Zentimetern kommt auf über 50 Euro.

HEIZEN

Eine Absenkung der Temperatur um ein Grad spart etwa sechs Prozent der Heizkosten. Temperaturen von 19 bis 21 Grad reichen im Wohnbereich völlig aus, im Schlafzimmer auch schon 18 Grad.

Sparpotenzial: Wer die Temperatur in der Wohnung dauerhaft von 24 Grad auf 20 Grad reduziert, kann auf diese Art fast ein Viertel seiner Heizkosten sparen. Bei einer vierköpfigen Familie in einer durchschnittlichen Berliner Wohnung sind das über 200 Euro im Jahr.

KOCHEN

Wer sich einen neuen E-Herd zulegt, hat die Wahl zwischen einem strahlungsbeheizten Kochfeld und einem Induktionskochfeld. Strahlungsbeheizte Kochfelder sind in der Anschaffung günstiger, verbrauchen aber mehr Strom. Nach Berechnungen der Stiftung Warentest kann der geringere Stromverbrauch der Induktionskochflächen ihre höheren Anschaffungskosten jedoch nicht ausgleichen: Nach 15 Jahren, der durchschnittlichen Nutzungsdauer, ist das strahlungsbeheizte Kochfeld unterm Schnitt billiger. Wichtig für energiesparendes Kochen ist ein guter Topf, der genau auf die Herdplatte passt. Und mit einem Schnellkochtopf sinkt der Stromverbrauch noch einmal um die Hälfte. Genauso wichtig ist ein Deckel: Fehlt er, erhöht sich der Energieverbrauch um das Dreifache.

Sparpotenzial: Wegen der Preisspannen bei den Kochfeldern ist das schwer zu sagen. Da hilft nur eins: Ganz genau rechnen, wenn die Anschaffung ansteht.



KÜHLSCHRANK/GEFRIERSCHRANK

Auch Kühlgeräte sind durchschnittlich 15 Jahre in Betrieb. Hier gibt es seit November eine neue Energiespar-Kategorie: A+++ heißt sie und löst damit A++ als bislang beste Kategorie ab. Ein Kühlschrank sollte so klein wie möglich sein. Für einen Ein- bis Zweipersonen-Haushalt empfiehlt die Stiftung Warentest einen Nutzinhalt von 140 Litern, für jede zusätzliche Person sollten 60 Liter einkalkuliert werden. Einen großen Einfluss auf die Stromkosten hat aber nicht nur die Größe, sondern auch, wie oft die Kühlschranktür geöffnet wird. Denn dann strömt warme Raumluft in das Innere, die der Kühlschrank wieder herunterkühlen muss. Deshalb sollte man die Tür nicht zu oft öffnen und sie nicht zu lange offen stehen lassen. Auch sollten Kühlschränke nicht neben Wärmequellen wie der Heizung oder dem Backofen platziert werden, denn auch das treibt ihren Energieverbrauch in die Höhe.

Sparpotenzial: Ein Kühlschrank, der in der Anschaffung knapp 450 Euro kostet, dafür aber einen Energieverbrauch von etwa 330 Kilowattstunden im Jahr hat, ist über die Benutzungsdauer von 15 Jahren teurer als der Kühlschrank, der zwar über 800 Euro kostet, dafür aber nur 150 Kilowattstunden verbraucht. Ersparnis über 15 Jahre: fast 200 Euro.  

LAMPEN

Halogen-, Kompaktleuchtstoff- und LED-Lampen ersetzen peu à peu die Glühbirne. Die setzt nämlich nur fünf Prozent der Energie in Licht um, der Rest verpufft als Wärme. Energiesparende Lampen sind zwar teurer als Glühbirnen, halten dafür aber länger und verbrauchen weniger Strom. Besonders in Deckenleuchten, wo die Lampen lange brennen, lohnen sich energiesparende Leuchtmittel.

Sparpotenzial: Eine Kompaktleuchtstofflampe spart bei 10 000 Stunden Brenndauer fast 120 Euro gegenüber einer 60-Watt-Glühbirne ein.

SPÜLMASCHINE

Eine breite Spülmaschine wäscht günstiger als eine schmale, vorausgesetzt, die größere wird immer voll beladen. Dann kann sie sogar sparsamer sein als der Abwasch per Hand. Die Stiftung Warentest empfiehlt, standardmäßig Energiesparprogramme zu benutzen. Diese spülen genauso gründlich, brauchen aber ein bisschen länger. Anders ist das bei stark verschmutztem Geschirr. Dann ist der Abwasch per Hand günstiger als das Intensivprogramm der Spülmaschine – wenn man das Wasser nicht laufen lässt.

Sparpotenzial: Eine sparsame Geschirrspülmaschine verbraucht Strom für etwa 42 Euro im Jahr, andere kommen schnell auf 57 Euro. Das ist immerhin eine Differenz von 15 Euro, Jahr für Jahr.

WÄRMEDÄMMUNG

Etwa drei Viertel der gesamten Energie werden in einem Haus für Heizkosten aufgewendet, der Rest fließt in die Warmwasserbereitung und den Strom. Bei einem nicht gedämmten Haus entweichen zwei Drittel der Wärme über die Wände, die Fenster und das Dach. Dämmen lohnt sich also, Dämmstärken von 20 Zentimetern an den Außenwänden sind sinnvoll. Bei einem Passivhaus ist die Dämmung sogar bis zu 40 Zentimeter dick, damit kommt es fast ohne Heizen aus.

Sparpotenzial: Mit einer guten Dämmung kann man seine Heizkosten halbieren. Für ein durchschnittliches Haus aus den sechziger Jahren ist das eine Einsparung von fast 1000 Euro im Jahr.

WASCHMASCHINE

In den vergangenen Jahren hat sich in puncto Effizienz bei Waschmaschinen viel getan. Die Geräte haben allmählich die Grenze dessen erreicht, was möglich ist. Denn wird zu wenig Wasser verwendet, reinigen sie nicht mehr richtig. Wichtig ist, die Maschine immer voll zu beladen und mit möglichst niedrigen Temperaturen zu waschen.

Sparpotenzial: Eine sparsame Waschmaschine verursacht etwa 22 Euro Stromkosten im Jahr, eine weniger sparsame knapp über 30 Euro. Das ist ein Unterschied von acht Euro. Bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von 15 Jahren summiert sich das auf 120 Euro. Steigen die Energiepreise im Laufe der Jahre, wird das schnell noch mehr.

ZUSAMMENZIEHEN

Aus zwei mach eins: Das ist sicherlich die geselligste Art, Energie und damit Geld zu sparen. Vorausgesetzt, die gemeinsame Wohnung ist kleiner als die zwei vorherigen Domizile zusammen. Ist die gemeinsame neue Wohnung sogar nur so groß wie die alte, halbieren sich die Heizkosten. Der Wasserverbrauch für Toilette und Dusche bleibt zwar genauso hoch wie bei zwei Single-Haushalten, aber die Waschmaschine läuft nicht mehr halb voll und das gemeinsame Kochen verbraucht nur unwesentlich mehr Strom als das Single-Köcheln.

Sparpotenzial: „Ich schätze, dass sich durch Zusammenziehen die Kosten um etwa ein Drittel reduzieren lassen“, sagt Horst Frank, Energieberater der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.

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