Wirtschaft : Energie

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Der Berliner Stromversorger Bewag macht aus der Not eine Tugend. Die dritte ÖkosteuerStufe wird nicht an die Kunden weitergereicht. Für die Bewag summiert sich das auf zehn Millionen Euro Kosten, für den Durchschnittshaushalt ist die Ersparnis mit drei Euro pro Jahr bescheiden. Die Zeiten sinkender Strompreise sind ohnehin vorbei. Davon profitierte vor allem die Wirtschaft, weil die als Großabnehmerin Abschläge von bis zu 50 Prozent bekommt. Seit einigen Monaten hat das Pokern Grenzen. Die Versorgungsunternehmen sind entschlossen, die Preise wieder anzuheben. Begründung: Bald müssten neue Kraftwerke gebaut werden.

Selbst beim Erdgas sind Preiskämpfe unwahrscheinlich, obwohl der Markt gerade erst liberalisiert worden ist. Der billige Jakob, der die Branche aufmischt, ist nicht in Sicht, das Durchleitungsprozedere durch fremde Gasrohre unklar. So wird der Preis mangels Wettbewerb weiter dem Ölpreis folgen – und der steigt zur Zeit wegen der Irak-Krise. Das starre Geschäft auflockern wird auch die europaweite Marktöffnung ab 2005 kaum. Dafür geht es an die Strukturen: Deutschland hat 1000 Strom- und Gasversorger und 700 Stadtwerke, die sich nur mit Mühe über Wasser halten können. Dafür sind Konzerne wie Eon oder RWE auf Einkaufstour. Am Ende werden nur wenige, selbstständige Regionalversorger überleben. fo

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