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Energieanbieter : Teldafax ist seine Gaskunden los

Die Energiefirma Teldafax darf Berlin seit Freitag nicht mehr beliefern. Nachdem das Unternehmen eine letzte Zahlungsfrist der Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg verstreichen ließ, beziehen die einstigen Teldafax-Kunden ihr Gas nun von der Gasag.

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Berlin - Die Frist ist abgelaufen, Teldafax hat nicht gezahlt. Die 8400 Berliner, die ihr Gas vom Troisdorfer Billiganbieter bezogen haben, bekommen ihre Energie jetzt erst einmal von der Gasag. „Wir hatten keinen Kontakt mit Teldafax und auch keinen Zahlungseingang“, sagte Carsten Döring, Sprecher der Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg (NBB), dem Tagesspiegel. Teldafax hätte der NBB bis Donnerstag rund 600 000 Euro zahlen müssen, um die Kündigung des Lieferrahmenvertrages abwenden zu können. Doch das ist nicht geschehen. Die NBB erwägt jetzt, Teldafax zu verklagen.

Seit Freitag beziehen die einstigen Teldafax-Kunden ihr Gas von der Gasag – zum teuren Grundversorgungstarif. Sie stehen jetzt vor einer schwierigen Entscheidung: Sie können abwarten und hoffen, dass Teldafax seine Schulden bei der NBB zurückzahlt und sie dann wieder beliefern kann. Sie können sich aber auch einen neuen Lieferanten suchen. Tun sie das innerhalb von sechs Wochen, werden sie so gestellt, als ob der neue Vertrag schon am 1. April gültig gewesen wäre. Günstige Verträge sind jedoch fast immer an Mindestlaufzeiten geknüpft. Eine Rückkehr zu Teldafax wäre diesen Kunden daher erst einmal verschlossen. Viele Verbraucher fürchten, dass sie bei einem Wechsel ihre Vorauszahlungen verlieren. Obwohl Teldafax verspricht, alle ehemaligen Kunden zu entschädigen.

Das Energieunternehmen, das bei vielen Netzbetreibern in der Kreide steht, gelobt Besserung. Seit Montag hat das Unternehmen einen neuen Geldgeber, die Prime Mark Financial Group aus Zypern. Mit dem Geld des Investors sollen die Außenstände möglichst schnell beglichen werden, betont Teldafax-Sprecherin Susanne Fiederer. Auch in Berlin. „Wir sind bestrebt, die Verbindlichkeiten bei der NBB zurückzuzahlen“, sagt Fiederer, „je schneller wir einen neuen Vertrag mit der NBB schließen, desto eher können unsere Kunden zu uns zurückkehren.“

Die Berliner Stromkunden bekommen ihre Energie dagegen auch weiterhin von Teldafax. Mit dem Netzbetreiber Vattenfall hat Teldafax eine Vorauskasse-Vereinbarung. Zwar ist das Geld für April noch nicht eingetroffen, dennoch ist man bei Vattenfall zuversichtlich, dass Teldafax zahlen wird. Von Vattenfall will die NBB lernen: Einen neuen Vertrag gäbe es nur mit Vorkasse, heißt es.

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