Energiebranche : Vattenfall schasst Atom-Chef

Als Konsequenz aus den zahlreichen Vorfällen in den Atomkraftwerken von Vattenfall hat der Konzern seinen Europa-Chef für Atomkraft, Bruno Thomauske, entlassen.

Berlin Der Energiekonzern Vattenfall Europe hat personelle Konsequenzen aus der Pannenserie in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel gezogen. In enger Abstimmung mit der schwedischen Muttergesellschaft sei der Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy (VENE), Bruno Thomauske, von seiner Funktion entbunden worden, wie der Konzern mitteilte. Seine Aufgabe soll bis auf weiteres der Kraftwerksvorstand der Vattenfall Europe AG, Reinhardt Hassam, übernehmen.

Vattenfall will ferner unabhängig von den behördlichen Untersuchungen noch in der laufenden Woche eine hochrangige Expertengruppe einsetzen. Sie soll ausgestattet mit einem Etat in Höhe von fünf Millionen Euro eine Gesamtanalyse vornehmen und Verbesserungsvorschläge erarbeiten.

Trauernicht fordert weitere Konsequenzen

Schleswig-Holsteins Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD), die für Reaktoraufsicht zuständig ist, forderte weitere Schritte. "Die Entlassung von Herrn Thomauske ist eine unternehmerische Entscheidung, der strukturelle Veränderungen folgen müssen", sagte Trauernicht. Vattenfall müsse technisches und menschliches Versagen in seinen Kernkraftwerken ausschließen. Sie fügte hinzu: "Dafür ist das Unternehmen den Beweis noch schuldig, die Kritik der Atomaufsicht ist nicht ausgeräumt." Alle Mitarbeiter des Unternehmens müssten über die erforderliche Zuverlässigkeit und Fachkunde verfügen.

Das Atomkraftwerk Krümmel müsse nach dem Stand von Wissenschaft und Technik gegen technisches Versagen und Schäden gesichert sein. Der Reaktor bleibe vom Netz, "solange diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind". (mit ddp)

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