Energiekampagne im Gaststättengewerbe : Dehoga zeichnet Hotels für Klimaschutz aus

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband und Umweltministerin Barbara Hendricks stellten am Dienstag den "Umweltcheck" vor - so sollen Hotels klimaeffizienter werden. Das dient vor allem dem eigenen Image.

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Ullrich Langhoff, Vorsitzender des Arbeitskreises Umwelt im Dehoga, Dehoga-Präsident Ernst Fischer, Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Hotel-Direktor Aleksandar Savic (v.l.n.r.) beim Überreichen des "Umweltchecks".
Ullrich Langhoff, Vorsitzender des Arbeitskreises Umwelt im Dehoga, Dehoga-Präsident Ernst Fischer, Umweltministerin Barbara...Foto: promo

Umweltschutz ist nicht nur etwas für Altruisten – es ist Teil des Big Business. Und so sah Aleksandar Savic ziemlich zufrieden aus, als er im Beisein der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in deren Ministerium am Dienstag eine für ihn ziemlich wichtige Auszeichnung bekam. Der „Dehoga-Umweltcheck“ bescheinigt seinem Kölner Vier-Sterne-Hotel eine „beeindruckende“ Klimabilanz, wie Ernst Fischer, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) es ausdrückte.
Das Villahotel Rheinblick, wo Savic Hoteldirektor ist, stoße nur ein Drittel der Menge an CO2 aus wie vergleichbare Vier-Sterne-Hotels. Das habe der Umweltcheck ergeben. Es sei die Summe vieler Kleinigkeiten, bei denen man Energie einspare, erklärte Savic. Er habe modernste Heizungen und Lichtelemente installiert sowie eine intelligente Lampensteuerung. Auch mit einer Firma, die die Essensreste der Gäste verwerte, arbeitet er zusammen. „Das bedeutet mir viel“, sagte Savic, nachdem er die Urkunde mit der Auszeichnung „Gold“ entgegengenommen hatte. Aber er betonte, dass es eben nicht nur um den Umweltschutz gehe, sondern vor allem ums eigene Marketing. „Viele Firmenverträge kann man praktisch nicht mehr abschließen, ohne entsprechende Nachweise über eine positive Klimabilanz zu haben“, sagte Savic – weil die Vertragspartner darauf bestünden. Fürs Image sei eine grüne Klimabilanz enorm wichtig. Außerdem wolle er die Gäste ansprechen, die „Umweltschutz leben“.

"Das beste Argument ist immer ein monetäres"

Der Umweltcheck soll einen Anreiz für die einzelnen Betriebe schaffen, umweltfreundlicher zu wirtschaften. Die Zertifizierung bescheinigt auf zwei Jahre eine Energie-, Wasser-, und Abfalleffizienz sowie den Einsatz regionaler Lebensmittel. Und „das beste Argument ist immer ein monetäres“, sagte Ullrich Langhoff, Vorsitzender des Arbeitskreises Umwelt im Dehoga. „Gutes Tun und dennoch ordentlich wirtschaften“, das wolle die Kampagne fördern. In drei Kategorien, Gold, Silber, Bronze, wird ausgezeichnet. Die Teilnahme kostet den Betrieb 250 Euro oder mehr, je nach Größe.
2006 schlossen das Bundesumweltministerium – damals unter Sigmar Gabriel (SPD) – und der Dehoga diese Klimaschutzvereinbarung ab, mit der das Gastgewerbe seine Treibhausemissionen verringern will. Das Ministerium fördert die Kampagne im Gegenzug. Zusammen mit den Dehoga-Landesverbänden werden Gastgewerbe zu Energiefragen beraten.
Dehoga-Präsident Ernst Fischer bat die Umweltministerin am Dienstag, die Förderung der Kampagne weiterhin aufrechtzuerhalten. Hendricks forderte den Verband am Dienstag auf, sich auch mit anderen Branchenverbänden in Verbindung zu setzen und so beispielgebend auf andere Branchen zu wirken. „Die Dehoga-Energiekampagne ist eine der größten in Deutschland und gerade für den Mittelstand setzt sie ein wichtiges Signal“, sagte Barbara Hendricks. Die Kampagne schaffe es, eine bundesweit agierende Branche mit 17 Landesverbänden, 221 000 Betrieben und über zwei Millionen Beschäftigten für den Klimaschutz zu mobilisieren. Das sei ehrenwert, lobte die Bundesumweltministerin. Außerdem wisse jeder, der wie sie viel unterwegs sei, dass gerade die kleinen Maßnahmen jene seien, die den Aufenthalt in einem Hotel angenehm machten – etwa eine gute Heizung oder Klimaanlage.

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