Energiekonzerne : Glos will keine Zerschlagung

Nach dem Vorpreschen der letzten Wochen beim Streit um überhöhte Energiepreise schlägt Wirtschaftsminister Glos nun mildere Töne an. Er möchte einen Kompromiss aushandeln, um die Macht der Konzerne einzuschränken.

Brüssel - Im Streit um die von der EU-Kommission vorgeschlagene Entflechtung der großen Energiekonzerne setzt Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) auf einen Kompromiss. "Wir werden uns auf einen mittleren Weg einigen", sagte der EU-Ratspräsident zum Auftakt eines Treffens der EU-Energieminister. "Die 27 Mitgliedstaaten haben hier die unterschiedlichsten Vorstellungen."

Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, dass die Unternehmen ihre Strom- und Gasnetze verkaufen. Besonders Deutschland und Frankreich wehren sich dagegen, während etwa Großbritannien den Vorschlag unterstützt. Möglich wäre auch, die Netze im Besitz der Konzerne zu belassen, sie aber von einem unabhängigen Unternehmen betreiben zu lassen.

Weiterer Streitpunkt des Ministerratstreffens sind verbindliche Klimaschutzziele der Europäischen Union. "Ich bin sehr optimistisch, dass wir zu einer sinnvollen Lösung kommen", sagte Glos. Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, einen verbindlichen Anteil erneuerbarer Energien von 20 Prozent bis 2020 vorzuschreiben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für verbindliche Ziele ausgesprochen. Viele Mitgliedstaaten sind allerdings dagegen. (tso/dpa)

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