Wirtschaft : Energiekonzerne im Osten fordern Schutz vor Wettbewerb

Sorge über Liberalisierung in Europa / Kongreß in Dresden

DRESDEN (dpa/ddpADN).Angesichts der geplanten Liberalisierung des europäischen Strommarktes haben die großen ostdeutschen Energieunternehmen erneut einen zeitlich begrenzten Schutz vor Billigstrom aus Osteuropa bis zum Jahr 2006 gefordert."Wir müssen unser Fitneßprogramm erst zu Ende führen können, damit wir im Wettbewerb eine Chance haben", sagte der Vorstandsvorsitzende der Lausitzer Braunkohle AG (Laubag), Dieter Schwirten, am Montag am Rande eines internationalen Kraftwerkskongresses in Dresden.Schwirten: "Wenn morgen die Liberalisierung des Marktes beschlossen würde, wären bei unserem Unternehmen 2 Mrd.DM in den Sand gesetzt." Ähnlich argumentiert auch die Veag Vereinigte Energiewerke AG.Nach Darstellung von Vorstandsmitglied Eckard Dubslaff hat die Veag bereits 11 Mrd.DM in Modernisierung und Neubau von Anlagen investiert.Weitere 9 Mrd.sollen bis zum Jahre 2005 folgen.Dubslaff: "Wir haben nicht die gleichen Startbedingungen wie Verbundunternehmen, deren Anlagen bereits abgeschrieben sind." Schwirten warnte davor, die ostdeutsche Braunkohleverstromung durch den "mit Sozial- und Ökodumping" hergestellten Strom aus Osteuropa zu gefährden.Die Bundesregierung dürfe ihr "Bekenntnis zur ostdeutschen Braunkohle" nicht vernachlässigen.Braunkohle sei "kein Auslaufmodell", sondern eine sichere Energiequelle mit wettbewerbsfähiger Zukunft, sagte Schwirten.Den Angaben zufolge wird Ostdeutschland nach Abschluß der Investitionen den modernsten Kraftwerkspark der Welt besitzen. Die Technische Vereinigung der Großkraftwerksbetreiber (VGB), ein weltweiter Zusammenschluß von Energiebetrieben aus 27 Staaten, tagt zum ersten Mal in Ostdeutschland.Bei dem am Dienstag beginnenden dreitägigen Kongreß in Dresden stehen technische Fragen im Mittelpunkt.Die rund 1800 Fachleute wollen unter anderem beraten, wie Kraftwerke noch billiger, effizienter und umweltfreundlicher arbeiten können.Außerdem plädieren sie dafür, die "Option Kernenergie" offenzuhalten.

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