Wirtschaft : Energiekosten: Was auf Verbraucher zukommt

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Die Versorger geben für höhere Strompreise mehrere Gründe an. Zum einen ist die Erzeugung teurer geworden. Der Preis für Importkohle – Steinkohle steht für 24 Prozent der deutschen Stromerzeugung – hat sich innerhalb eines Jahres etwa verdoppelt. Die heimische Steinkohle deckt nur einen kleinen Teil des Bedarfs. Hinzu kommen die Lasten aus der Förderung von Wind und Sonne durch das Erneuerbare Energien Gesetz. Allein diese Umlage erreicht 2004 rund drei Milliarden Euro. Ein Teil der angekündigten Preiserhöhungen betrifft aber nur die Netzgebühren. Der Preis für den Endkunden muss nicht im gleichen Umfang steigen.

Warum wird das Tanken billiger?

Mit den fallenden Rohölpreisen sind auch die Benzinpreise zurückgegangen. Außerdem ist die Hauptreisesaison zu Ende, die Nachfrage nach Benzin sinkt.

Sonderfall Erdgaspreise

Gas wird trotzdem teurer, weil der Gaspreis dem Ölpreis mit halbjährigem Abstand folgt. Das sehen Branchenvereinbarungen vor, die aber nicht durch Gesetz gedeckt sind. Diese Koppelung stößt jetzt auf massive Kritik weil sie mit Wettbewerb nichts zu tun hat.

Was passiert beim Heizöl und beim Diesel?

In den vergangenen Wochen ist der Preis für Heizöl und Diesel noch viel schneller gestiegen als der Erdölpreis. Mittlerweile ist der Heizölpreis von 400 Dollar wieder auf 360 Dollar gefallen. Im Frühherbst ziehen die Preise – vor der Heizsaison – in der Regel an. Die Händler decken sich ein, und an den Börsen wird auf einen frühen Wintereinbruch spekuliert. Da Diesel und Heizöl ähnliche Produkte sind, entwickeln sich auch ihre Preise in die gleiche Richtung.

Wie hoch ist der Anteil der Energiekosten an den Ausgaben der Verbraucher?

Strom, Erdöl und Gas machen keine vier Prozent der privaten Konsumausgaben aus. Nach den letzten verfügbaren Angaben aus dem Wirtschaftsministerium für das Jahr 2001 lag der Anteil für Licht und Wärme gerade mal bei 3,7 Prozent. Wird der Kraftstoff fürs Auto dazugerechnet, müssen für Energie 6,7 Prozent der privaten Ausgaben veranschlagt werden. Für Jochen Diekmann vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ist das ein relativ geringer Anteil. Trotzdem kann der Energieexperte die Aufregung um steigende Strom- und Gaspreise verstehen. „Wenn das Geld knapp ist, zählt eben jeder Cent.“ fo/hop

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