Wirtschaft : Energiekrise in Kalifornien: Stromkrise weitet sich aus

Die Energiekrise in Kalifornien hat sich zum Wochenende mit einem Vergleichsantrag des großen Versorgungsunternehmen Pacific Gas and Electric Company (PGE) zugespitzt. Das hoch verschuldete Tochterunternehmen des Energiekonzerns PGE sicherte sich damit Schutz vor den Gläubigern und kann seine Geschäfte weiterführen.

Der beim Konkursgericht in San Francisco eingereichte Antrag gilt als Niederlage für Kaliforniens Gouverneur Gray Davis und den Kongress des Westküstenstaates, die eine solche Entwicklung abwenden wollten. Das zweite große Versorgungsunternehmen Southern California Edison will diesen Weg indes nicht gehen, teilte John Bryson, der Chef der Konzernmutter Edison International, mit. Edisons Aktienkurs verlor am Freitag in New York 53 Prozent, der von PGE 37 Prozent. Der Mutterkonzern PGE ist von dem Antrag direkt nicht betroffen. Kalifornien leidet nach einer fehlgeschlagenen Liberalisierung des Strommarktes seit Monaten unter Stromversorgungsproblemen. Rollende "Blackouts" oder Stromabschaltungen machten den verwöhnten Kaliforniern zu schaffen. Pacific Gas and Electric steht mit im Zentrum der Krise. Sie hat 13 Millionen Kunden und beschäftigt 20 000 Mitarbeiter.

Die Firma macht monatlich nach eigenen Angaben mehr als 300 Millionen Dollar Verlust durch nicht wieder erstattete Energiekosten. Das Unternehmen führte auch fehlende Fortschritte bei den Verhandlungen über die Wiederbeschaffung von neun Milliarden Dollar an Mehrkosten an, die das Unternehmen bei Energieeinkäufen seit Juni 2000 zahlen musste, aber von ihren Stromkunden nicht wieder eintreiben konnte. Die Mittel seien im Zuge der eingefrorenen Gebühren nicht hereinzuholen.

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